Im Landtag in Stuttgart finden gerade keine Sitzungen statt – das Coronavirus hat auch das politische Leben lahm gelegt. Foto: Imago/Arnulf Hettrich

Die Zwangspause im Landtag nutzen die Abgeordneten für verschiedene Freizeitaktivitäten. Und das teilen sie auch gerne in den sozialen Netzwerken mit. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt.

Stuttgart - Die Corona-Krise hat für die baden-württembergischen Abgeordneten gute und schlechte Seiten. Schlecht ist, dass der Landtag aktuell nicht zusammentritt – zuletzt tagte das Plenum am 20. März. Stattdessen finden die Fraktionssitzungen online oder in Telefonkonferenzen statt. Gut, weil die gewählten Volksvertreter in ihren Wahlkreisen richtig zeigen können, was sie drauf haben.

Viele Politiker bieten Telefonsprechstunden an, beraten die Bürger in ihrer Heimat zum Beispiel, wie sie am besten die wirtschaftlichen Hilfen der Landesregierung in Anspruch nehmen, oder sie versuchen bei Corona-Fragen die richtigen Ansprechpartner zu vermitteln und haben ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Wähler. Dazwischen bleibt allerdings noch eine Menge Zeit, denn es entfällt die weite Anreise nach Stuttgart und Veranstaltungen finden auch nicht mehr statt.

Das obligatorische Homeoffice nutzen die Landtagsabgeordneten für verschiedenste Freizeitaktivitäten. Und das teilen sie auch gerne in den sozialen Netzwerken mit. Hier eine kleine Auswahl an humorvollen, nachdenklichen und lebensnahen Einblicken.

Wer kennt das nicht: Erst seit das Coronavirus viele Menschen ins heimische Arbeitszimmer verbannt hat, fällt auf, dass man mal dringend wieder den Keller entrümpeln oder andere Arbeiten in der Wohnung erledigen sollte. So geht es auch dem Sülzbacher SPD-Abgeordneten Reinhold Gall, der zum Gartentisch abschleifen verdonnert wurde.

Andere betätigen sich sportlich, um nach der Corona-Krise locker im Landtag die zahlreichen Stufen bis zu den Fraktionsräumen im zweiten Stock hochspringen zu können. Der Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz radelte aus seiner Heimatstadt Kirchheim unter Teck gut 90 Kilometer aufs Randecker Maar am Rand der Schwäbischen Alb und zurück. Unter anderem ging es für ihn auch die Ochsenwanger Steige hinauf, die mit 70 Prozent Steigung aufwartet.

Beschäftigungstipps für zuhause gab es von der Schorndorfer Grünen-Abgeordneten Petra Häffner. Sie hat seit das Coronavirus grassiert die Häkelnadeln wieder aufgenommen und arbeitet an einem Patchwork-Rock.

Für den Tier-Content auf Instagram sorgt FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, dessen Schäferhund Emma während der Landtag Zwangspause hat vermutlich ganz besonders häufig Gassi geführt wird.

Andere Abgeordnete lassen die Wähler auf den Teller schauen und posten – wie Foodblogger – ihre Mahlzeiten. So wie der Schwetzinger Daniel Born (SPD), bei dem es am Donnerstag Strammen Max gab.

Natürlich musizieren einige Politiker mit, wenn jeden Sonntag um 18 Uhr Beethovens „Ode an die Freude“ von den Balkonen und aus den Fenstern tönt. So wie der Esslinger Wahlkreisvertreter Nicolas Fink (SPD) am Bass:

Die CDU-Frau Isabell Huber aus dem Wahlkreis Neckarsulm hat am vergangenen Wochenende zusammen mit ihrer Mutter Schutzmasken für Pflegeeinrichtungen aus Baumwollstoff genäht. Dabei gab die Mama den Ton an, denn die ist gelernte Schneiderin.

Dass es langsam Zeit wird, dass die Politiker in Stuttgart im Landtag zusammenkommen, um unter anderem über einen Nachtragshaushalt mit Coronahilfen zu beraten, beweist der SPD-Generalsekretär Sascha Binder. Er musste für ein Fernsehinterview per Videoschalte raus aus dem gemütlichen Homeoffice-Outfit und rein in Hemd und Anzug – und vorknöpfte sich glatt. Klicken Sie sich durch unsere kleine Bildergalerie, um weitere Einblicke ins Leben der baden-württembergischen Abgeordneten zu bekommen.

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