Die Staus in der Amstetter Straße reichen bis übers Rathaus hinaus. Foto: Horst-Kaiser (z)

Die Baustelle am Hedelfinger Platz verursacht im Ortskern Verkehrsprobleme. Da die Autos aus der Amstetter Straße schlecht abfließen können, stauen sich die Fahrzeuge bis ins Ortszentrum.

Hedelfingen - Was den Autoverkehr anbelangt, kommt Hedelfingen nicht zur Ruhe. Anwohner des Ortskerns beschweren sich über die Staus in der Amstetter Straße. Verursacht wird das Verkehrschaos durch die Baustelle am Bürgerhaus. Dort wird seit wenigen Wochen das Regenüberlaufsystem am Hedelfinger Platz saniert. Der obere Abschnitt der Hedelfinger Straße in Richtung Wangen muss gesperrt werden. Wer nach Wangen fahren will, wird über die Otto-Hirsch-Brücken geleitet. Die Folge: Auf der ohnehin viel befahrenen Kreuzung treffen fast alle Verkehrsströme aufeinander, die geringste Störung führt zum Stillstand. Dies wirkt sich am stärksten auf den Verkehr aus der Amstetter Straße aus. Die Grünphase ist so kurz geschaltet, dass regulär maximal drei bis vier Fahrzeuge abbiegen können. Theoretisch. Denn oft ist die Kreuzung blockiert, wie Bezirksvorsteher Kai Freier bestätigt. Aus seinem Büro im Bürgerhaus kann er das Geschehen beobachten.

Immer wieder müssen Autofahrer am Überweg anhalten, weil Fußgänger vom einstigen Löwengarten in Richtung altes Schulhaus oder umgekehrt gehen und „Grün“ haben. Unweigerlich ist dadurch der Abfluss aus der Amstetter Straße blockiert, statt vier schafft es nur ein Auto über die Kreuzung, die Warteschlange wird noch länger. „Bewohner des Viertels brauchen an der Kreuzung am Hedelfinger Platz noch länger als sonst, um aus dem Ortskern auszufahren. Teilweise beträgt die Wartezeit bis zu 20 Minuten“, sagt Jahn Anders Horst-Kaiser.

Verschärft wird die Situation noch durch die Verlegung der Haltestelle der Esslinger Buslinie 103. Busse aus Esslingen-Weil halten zurzeit unweit der Alten Kirche. „Wenn dort dann viele Fahrgäste ein- und aussteigen, steht der Bus einige Zeit. Die Autos dahinter können ihn wegen des Gegenverkehrs nicht passieren. Ein bis zwei Ampelphasen verstreichen“, erzählt ein Hedelfinger. In den Hauptverkehrszeiten würden viele deswegen bereits den Umweg über die Heumadener Straße zum Dürrbachkreisel nutzen, oder – verbotenerweise – über die Amstetter Straße in Richtung Neckarcenter/Esslingen oder zum Hafen fahren.

Horst-Kaiser befürchtet, dass sich die Lage noch zuspitzen wird, sobald auch die notwendigen Bauarbeiten an der B-10-Behelfsbrücke an der Einödstraße beginnen. Sie ist heute bereits nur einspurig befahrbar und soll ersetzt werden. Deswegen bittet der Hedelfinger die Stadtverwaltung „eindringlich“, umgehend Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung des Ausweich- und Schleichverkehrs durch Hedelfingen zu planen und umzusetzen. Da die Baustelle am Hedelfinger Platz sowie die Brückensanierung mehr als ein Jahr dauern, erscheint ihm eine Poller- oder Schranken-Lösung wie in Uhlbach praktiziert „als die einzig zielführende Möglichkeit, den verlagerten Verkehrsströmen entgegenzuwirken und die Anwohner vor Lärm und Verkehr zu schützen“. Eine Verlängerung der Grünphase für die Autos aus der Amstetter Straße, wie sie von Bezirksbeiräten auch schon vorgeschlagen wurde, halten die Stadtplaner für wenig dienlich. „Erstens ist die Ampelschaltung nahezu ausgereizt und wurde bereits so umprogrammiert, dass der Verkehr auf der Rohrackerstraße schneller abfließen kann, und zweitens würden wir dadurch einen Anreiz für Schleichwegfahrer schaffen“, gibt Freier zu bedenken.

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