Teodor Currentzis, der Derwisch auf dem Dirigentenpodium Foto: SWR/SWR Classic

Beim SWR-Symphonieorchester hat Teodor Currentzis die Saison mit einem reinen Prokofjew-Programm begonnen: ein Abend mit viel Kunst und wenig Spektakel.

Stuttgart - Einmal, mitten im dritten Satz der fünften Sinfonie, steht Teodor Currentzis vor dem Orchester und bewegt seine langen Arme ganz langsam. Auf und ab, vor und zurück. Es ist der langsame Satz des Stücks, es geht um Trauer, einzelne Holzbläser singen so schön und so melancholisch, als hätte Sergej Prokofjew dem Wilden und Grotesken eine Hommage an (den späten) Tschaikowsky gegenüberstellen wollen. Und Currentzis dirigiert nicht – er malt. Er steht da, wie wenn er einen Pinsel in der Hand hätte, und so klingt das Ganze auch. Nicht nur hier, aber hier besonders. Es geht um Wirkung an diesem Abend – natürlich tut es das, darauf ist Prokofjews Musik aus, und Currentzis ist es auch. Aber es geht ganz besonders um Farben und Konturen. Um delikate Klangmischungen. Und um Klarheit.

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