SUV in Stuttgart: Die Fahrzeuge sind oftmals zu lang für normale Parkplätze. Foto: Imago/Arnulf Hettrich

Paris, Tübingen und nun Koblenz – diese Städte bitten SUV-Fahrer stärker zur Kasse. Auch in Stuttgart hat sich zum Jahreswechsel bereits eine Art von Parkgebühr erhöht.

Obschon die Stadt Koblenz auf das Wortkürzel SUV verzichtet, so betrifft die geplante Neuregelung bei den Parkgebühren Halter großer Autos doch stärker als diejenigen von Kleinwagen. Im Frühjahr sollen die Preise fürs Bewohnerparken in der Kommune in Rheinland-Pfalz steigen. Kostet ein Bewohnerparkausweis im Jahr bisher 30,70 Euro, wird es dann teurer: Bei mindestens 100 Euro im Jahr liegt das Bewohnerparken künftig – abhängig von der Autogröße.

Dafür wird der Jahresgrundbetrag von 23,40 Euro mit der Länge und der Breite des Wagens in Metern multipliziert. Die Stadtverwaltung stellt auf ihrer Homepage Beispielrechnungen auf: Der Fahrer eines Smart Fortwo kommt demnach ab Herbst auf 104,87 Euro im Jahr, ein Fahrer eines VW Tiguan auf 196,23 Euro. Letzterer gilt als Kompakt-SUV.

So handhabt es Tübingen beim Parken

Koblenz ist zwar ein Ausnahmefall, aber nicht komplett allein mit dieser Herangehensweise. Bereits Tübingen bemisst die Bewohnerparkgebühr am Autogewicht. Wobei hier nicht groß multipliziert werden muss, es gibt lediglich zwei Stufen: Für Verbrenner schwerer als 1800 Kilogramm und für Elektroautos schwerer als 2000 Kilogramm werden 180 Euro fällig, alle anderen zahlen 120 Euro.

Zuletzt hatte ein Bürgerentscheid in Paris Aufsehen erregt. Dort sollen Besucher der Metropole, die in einem SUV anreisen, ab September um einiges tiefer in die Tasche greifen: 18 Euro (bisher sechs Euro) gelten dann je Parkstunde in der City, 225 Euro (bisher 75 Euro) für sechs Stunden.

Parkgebühren für Kurzzeitparker gestiegen

Auch in Stuttgart haben sich die Parkgebühren zum 1. Januar 2024 erhöht – diejenigen für Kurzzeitparker. Je nach Ort und Dauer um ein paar Cent oder Euros. Jedoch: „In diesem Zusammenhang wurde das Kriterium Fahrzeuggröße und -schwere nicht diskutiert“, teilt eine Stadtsprecherin mit. Das gilt auch fürs Bewohnerparken. In der gesamten Stadt – ob City oder nicht – bezahlen Anwohner 30,70 Euro im Jahr, wenn in dem Gebiet ein Parkraummanagement gilt. Mit einer Ausnahme: City-Bewohner mit eigenem Stellplatz oder Anlieger ohne ersten Wohnsitz im Zentrum zahlen 400 Euro im Jahr. Dem Beispiel in Koblenz oder Tübingen will man hier nicht folgen: „Stuttgart hat hierzu aktuell keine entsprechenden Planungen“, erklärt die Sprecherin.

Die in ihren Ausmaßen wachsenden Autos und die damit verbundenen Herausforderungen für Städte sind nicht erst seit gestern Gegenstand von Diskussionen. Zu den bekannten Kritikern gehört Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des deutschen Städtetags. Dass Parkplätze mit den Fahrzeugen wachsen müssten, bezeichnete er als „absurd“. Eben dies hatte beispielsweise die Forschungsanstalt für Straßen- und Verkehrswesen schon gefordert.