Eine der Auswirkungen des Stromausfalls: An zahlreichen Kreuzungen in Bad Cannstatt fielen die Ampeln aus. An der Ecke Schmidener/Gnesener Straße musste der Verkehr bis zum Nachmittag von der Polizei geregelt werden. Foto: Rosar

Ein Stromausfall hat weite Teile von Bad Cannstatt und Münster am Donnerstagvormittag vom Netz genommen. Rund 13 000 Menschen waren betroffen. Zudem fielen 20 Ampelanlagen aus.

Bad Cannstatt - Ein Defekt in einem Umspannwerk hat gestern Vormittag weite Teile von Bad Cannstatt und Münster für wenige Minuten vom Netz genommen. Von dem Stromausfall waren laut Angaben der Stuttgart Netze GmbH rund 13 000 Menschen sowie Industrie- und Gewerbebetriebe betroffen. „Es hat zum Glück nur knapp neun Minuten gedauert, bis unser Notfallsystem eingesprungen ist“, erklärt Netze-BW-Sprecher Moritz Oehl. Neben den Privathaushalten und Betrieben waren auch 20 Ampelanlagen ausgefallen. Teilweise bis zum Nachmittag musste die Polizei an den Kreuzungen den Verkehr regeln.

Verteilstation mit halber Kraft

Zu der Störung in dem Umspannwerk in Münster war es gestern gegen 10.23 Uhr gekommen. Aus bislang noch ungeklärter Ursache hatte ein 110 000-Volt-Leistungsschalter der beiden Trafos ausgelöst. Die Folge: Die Verteilstation für die Hochspannung konnte nur noch mit halber Last fahren. „Dadurch waren kurzzeitig die dahinter geschalteten Umspannstationen ohne Spannung“, erläutert Oehl. Insgesamt waren 59 dieser Umspannstationen betroffen, darunter 37 so genannte Kundenstationen von Industrie- und Gewerbebetrieben. Aber eben auch 22 für private Haushalte.

24 Umspannwerke in Stuttgart

Insgesamt gibt es in Stuttgart 24 Umspannwerke und 1000 Umspannstationen – bei rund 600 000 Einwohnern. „Im Schnitt ist somit jede Station für rund 600 Bürger zuständig“, rechnet Oehl hoch. Die Stuttgart Netze GmbH geht daher davon aus, dass gestern rund 13 000 Bürger kurz ohne Strom waren. Betroffen waren die Cannstatter Stadtteile Altenburg, Neckarvorstadt, Schmidener Vorstadt, Espan, Sommerrain und Steinhaldenfeld sowie der Stadtbezirk Münster. „Es war großflächig links und rechts entlang des Neckars.“ Zwischen 7 und 9 Minuten dauerte der Stromausfall, bis sich die Notversorgung einschaltete. „Bis zur endgültigen Reparatur wird der übrig gebliebene Trafo nun die weitere Stromverteilung regeln.“

Stromausfälle selten

In den 59 Umspannwerken in Stuttgart wird der Strom von 110 000 Volt (Hochspannung) auf Mittelspannung (10 000 Volt) heruntertransformiert, sodass dieser über Umspannstationen und Kabelverteilerschränke bis zu den Kunden geleitet werden kann. Zu Stromausfällen kommt es in der Landeshauptstadt laut dem Energieversorger nur äußerst selten. Nur etwa sieben Minuten pro Jahr ist jeder Bürger betroffen. „Wenn es – wie in diesem Fall – aber zu einer Störung der Hochspannung kommt, sind die Auswirkungen natürlich größer“, entschuldigt sich Oehl.

Zudem hatte der Stromausfall auch Auswirkungen auf den Verkehr. Laut Aussagen der Stadt fielen insgesamt 20 Ampelanlagen aus. Vor allem an den wichtigen Kreuzungen mit Stadtbahnverkehr wie der Ecke Prag-/Neckartalstraße sowie Prag-/Haldenstraße oder auch Neckartalstraße/Reinhold-Mayer-Brücke regelte die Polizei den Verkehr. Bis zur Mittagszeit waren die meisten Anlagen wieder in Takt, da sie automatisch hochgefahren wurden. Hingegen bis in den Nachmittag hinein waren die Ampeln in der Schmidener Straße Ecke Sulzerrain- und Gnesener Straße außer Betrieb, da das dortige System laut Stadtverwaltung erst wieder manuell hochgefahren werden musste. Zu größeren Verkehrsbehinderungen kam es nach Angaben der Polizei nicht.

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