Der Netto-Markt im Wallmer soll nach bisherigen Plänen abgerissen werden und Platz machen für den Bau eines Mehrfamilienhauses. Foto: Mathias Kuhn

Die drohende Nahversorgunglücke im Wohngebiet Wallmer könnte verhindert werden. Die Stadt will das Planrecht ändern: Bei Neubauvorhaben werden Wohnungen im Erdgeschoss untersagt.

Untertürkheim - Hoffnung für die Bewohner des Untertürkheimer Wohngebietes Wallmer: Das drohende Aus für den Netto -Markt könnte noch abgewendet werden. Wie Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf eine Anfrage der CDU-Gemeinderatsfraktion mitteilt, bereitet das Amt für Stadtplanung und Wohnen derzeit zur Sicherung der Nahversorgung den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vor. Dieser werde im Wesentlichen zum Inhalt haben, im Erdgeschoss Wohnen auszuschließen, um damit Raum für die gewünschten und nach geltendem Planungsrecht auch zulässigen Einzelhandelsgeschäfte zu schaffen. „Nachdem der Aufstellungsbeschluss beschlossen wurde, wäre die Zurückstellung des Bauantrags möglich“, erläutert Kuhn. Die Vorlage soll am 17. März im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik eingebracht und am gleichen Tag im Bezirksbeirat Untertürkheim beraten werden. Eine Beschlussfassung ist im gemeinderätlichen Ausschuss am 24. März vorgesehen. „Zudem wird derzeit ein Gesprächstermin mit dem Architekten abgestimmt“, ergänzt Kuhn in seiner Stellungnahme.

Pachtvertrag läuft aus

Wie berichtet, plant ein Investor auf dem Grundstück in der Biklenstraße 10 den Bau eines Mehrfamilienhauses mit 27 Eigentumswohnungen samt Parkplätzen. Der Netto-Markt, dessen Pachtvertrag in nächster Zeit ausläuft, soll abgerissen werden. Über das Vorhaben wurden die Anlieger im Dezember vergangenen Jahres in einem Schreiben des Stadtplanungsamtes informiert. Seither ist die Aufregung groß, denn der Netto-Markt stellt für Hunderte Haushalte im Wohngebiet Wallmer die einzige Möglichkeit dar, sich fußläufig mit Waren des täglichen Bedarfs zu versorgen. Viele Bewohner verfügen nicht über ein Auto. -

Unverzichtbar für den Ort

Ein Supermarkt ist aus Sicht des Bezirksbeirates „in diesem Gebiet für Untertürkheim unverzichtbar“, da der Verlust des Frequenzbringers zum zwangsläufigen Ende der restlichen kleinen Geschäfte im Umkreis führen würde. Zudem sei der bestehende Netto ein wichtiger Arbeitgeber in Untertürkheim. Das Gremium forderte den Bauherren deshalb auf, die Pläne zu ändern und im Erdgeschoss „einen Lebensmitteleinzelhandel mit mindestens der derzeit bestehenden Größe einzurichten“. Mit Verweis auf Einschränkungen der Wohnqualität zeigte das Stuttgarter Immobilienunternehmen bislang jedoch kein Interesse daran, im Neubau einen Discounter einzuplanen. Sein Baugesuch liegt der Stadt längst vor, wurde aber noch nicht final genehmigt.

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