In Mailand bereitet man sich auf Reisende vor – Italien entkommt dem Griff des Virus einfach nicht. Foto: dpa/Antonio Calanni

Als es losging mit der Pandemie, waren es vor allem auch die Bilder aus Italien, die der Welt zeigten, wie ernst die Lage ist. Jetzt erreicht die Zahl der Neuinfektionen wieder so hohe Werte wie im Mai.

Rom - Erstmals seit mehr als drei Monaten meldet Italien mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Bis Samstag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 1071 neue Fälle gemeldet. Zuletzt hatte waren Mitte Mai mehr als 1000 Infektionen innerhalb eines Tages registriert worden.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle steigt in Italien seit Tagen stetig an - von 642 am Mittwoch auf 845 am Donnerstag und 947 am Freitag und jetzt mehr als 1000. 

Die Hauptstadt Rom meldete am Samstag einen Rekord: Hier wurden 215 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie. Bei 61 Prozent der neu Infizierten handele es sich um Urlaubsrückkehrer, sagte Alessio D’Amato von der Gesundheitsbehörde der Stadt. Fast die Hälfte von ihnen sei von Sardinien zurückgekehrt.

Laut D’Amato handelt es sich bei den meisten der neuen Fälle um junge Menschen ohne Symptome. Er rief junge Urlaubsheimkehrer auf, äußerst vorsichtig zu sein und Abstand zu Verwandten zu halten, während sie auf ihr Testergebnis warteten. Die Infektionskette müsse dringend durchbrochen und eine Ausbreitung des Virus in den Familien vermieden werden.

Italien war das erste Land in Europa, das schwer von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Bislang wurden dort 257.000 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen und mehr als 35.000 Todesopfer. Im März begann in Italien ein strikter zweimonatiger Lockdown, danach wurden die Corona-Auflagen nur langsam und schrittweise gelockert.

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