Untertürkheims Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel, Nikolaus Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements, und Jan Ducks vom Künstlerkollektiv Studio Vierkant (v. l.) vor dem neu gestalteten Treppenaufgang zum S-Bahn-Gleis 6. Foto: /Elke Hauptmann

Der Bahnhof Untertürkheim präsentiert sich seit wenigen Tagen in neuem Look: Der Aufgang zu Gleis 6 hat ein riesiges Graffiti erhalten, die Glasscheiben wurden mit buntem Foliendruck aufgepeppt. Rund 30 000 Euro hat die Bahn in die Verschönerung investiert.

Untertürkheim - I n künstlerisch gestalteten Bahnhöfen halten sich Reisende gerne auf. „Die Kundenzufriedenheit ist höher und wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang von Vandalismus und illegalen Graffiti“, sagt Nikolaus Hebding, der Leiter des Bahnhofsmanagements Stuttgart. Deshalb verstärkt die Deutsche Bahn ihre Verschönerungsaktivitäten: Unter anderem wurden in diesem Jahr die Bahnhöfe Kornwestheim, Asperg, Feuerbach, Vaihingen, Fellbach und Winnenden mit Street Art versehen, in Zuffenhausen und Mettingen ist man derzeit dabei. Auch der Bahnhof Untertürkheim präsentiert sich seit wenigen Tagen in neuem Look. „Alles so schön bunt hier“, stellen die Passanten anerkennend fest.

Jan Ducks, Mitbegründer des Stuttgarter Künstlerkollektivs „Studio Vierkant“ hat den Aufgang zum S-Bahn-Gleis 6 gestaltet. Dabei habe er völlig freie Hand gehabt, sagt Hebding. „Es gab von uns keine thematische Vorgabe.“ Ducks entschied sich für einen Mix aus kleinen geometrischen Formen und wuchtigem Graffiti-Schriftzug. „Fotorealistische Motive mit Lokalbezug gibt es hier ja schon.“ Nun steht da in knallbunten Buchstaben die Aufforderung „Slow down“ (langsamer) – und fast scheint es so, als würden es die Fahrgäste tatsächlich nicht mehr ganz so eilig haben. Auch an der Wand der Unterführung zur Ortsmitte hat Ducks eine passende Botschaft hinterlassen: „Homeward“ (heimwärts).

Ungefähr sechs Tage habe er gebraucht, um die riesigen Wandflächen zu besprühen. Zum Schluss wurde noch eine Zwei-Komponenten-Schutzschicht aufgetragen, die es ermöglicht, Schmierereien oder Verschmutzungen zu entfernen, ohne das Bild zu beschädigen. Rund 20 000 Euro hat sich die Bahn laut Hebding die Graffiti-Kunst kosten lassen, mit weiteren 10 000 Euro schlagen die bunten Foliendrucke im Pop-Art-Stil zu Buche, die die Glaswände der Haltestelle an Gleis 6 in voller Länge zieren. Die Investition hat sich nach Ansicht von Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel gelohnt: „Das wird von den Bürgern positiv aufgenommen und ist eine wirkliche Verbesserung.“

Sind weitere Kunstwerke im Untertürkheimer Bahnhof geplant? „Wir sind offen für Ideen“, sagt Hebding. Er könne sich zum Beispiel vorstellen, auch die gegenüberliegende Wand am Ausgang zum Karl-Benz-Platz von Künstlern gestalten zu lassen.

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