Aufgrund von Corona rollt der Ball in 2020 nicht mehr. Foto: Janey Schumacher/Janey Schumacher

In diesem Jahr wird im Stuttgarter Amateurfußball nicht mehr gespielt. Eine Aufnahme des Spielbetriebs im Januar wäre denkbar.

Bad Cannstatt - Es war nicht weiter überraschend, was die Ministerpräsidentenkonferenz und Kanzlerin Angela Merkel am vergangenen Mittwoch beschlossen: Der Teil-Lockdown geht im Dezember in die Verlängerung. Auch die Beschränkungen im Sport werden verlängert, wobei die Entscheidungen für 2020 im Stuttgarter Amateurfußball einem Abpfiff gleichkommen: Die Bälle bleiben in den Schränken, die Spieler zu Hause und halten sich über irgendwelche Apps fit – in diesem Jahr wird auf den Sportplätzen nicht mehr um Punkte gekämpft. Wann dies wieder der Fall sein wird, steht in den Sternen. Dementsprechend will sich Michael Spörer, der Vorsitzende des Bezirks Stuttgart, nicht an Spekulationen beteiligen. „Einen Fahrplan haben wir noch nicht, sondern werden uns an die Verbandslinie halten“, sagt Spörer und verweist auf den 12. Dezember. An diesem Tag ist Beiratssitzung und er gehe davon aus, dass „verschiedene Konzepte vorgestellt werden“.

Prinzipiell, so sagt es ein im Sommer erstelltes Rechtsgutachten, müsse alles versucht werden, damit die Saison 2020/21 regulär, also mit Hin- und Rückrunde plus Relegation, zu Ende gespielt werden kann. In Stuttgart immer noch denkbar. Der Bezirk hat im Vergleich zu anderen den Vorteil, mit einer geringeren Staffelstärke zu spielen – hauptsächlich 15 oder 16 Mannschaften pro Staffel, eine Ausnahme bildet die Kreisliga A, Staffel 2, mit 17 Teams. Wann aber der Ball wieder rollen werde, hänge natürlich von der Politik ab. Denkbar sei schon wieder im Januar. „Geben die Behörden grünes Licht, könnte die Wiederaufnahme des Spielbetriebs durchaus im Januar erfolgen und die bislang ausgefallenen Partien nachgeholt werden“, so Spörer. Hält das Sportverbot noch länger an, sind alternative Spielsysteme zur Ermittlung von Meister und Abstiegskandidaten vorgesehen. In Frage käme eine Einfachrunde, also die Vorrundenpartien vollends auszutragen, mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde. Wird das Zeitfenster noch eingeschränkter sein, heißt die Lösung nur Einfachrunde.

Gleichwohl, wann die Bälle wieder aus den Schränken geholt werden, auf den Sportplätzen wieder um Punkte gekämpft werden darf, trifft in dieser Runde etwas Erfreuliches, in Bezug auf die vergangenen Jahre nahezu Unglaubliches, ein: Alle Mannschaften, die zu Saisonbeginn am Spielbetrieb teilgenommen haben, werden Stand jetzt auch bei der Wiederaufnahme dabei sein. Das leidige Thema der Mannschaftrückzüge gibt es in dieser Saison bislang nicht, es gab bei den Männern noch keine Abmeldungen. Im Vergleich: Bis zum Beginn der Rückrunde 2019/20 hatten sich schon vier Teams verabschiedet – eines davon bereits vor Rundenbeginn.

Bei den Frauen stellt sich die Situation anders dar, da haben sich bereits zwei Mannschaften vorzeitig verabschiedet.

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