Maja Schirrle will nicht monatelang allein zu Hause rumsitzen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Was macht eine 21-Jährige, wenn es ihr während des Lockdowns langweilig wird? Sie sucht sich über eine Dating-App neue Freunde.

Stuttgart - Jakob und ich hatten uns noch nie zuvor gesehen, als wir uns zum Spazierengehen verabredeten. Wir trafen uns am See. Ich trug Sneaker und Jeansjacke, er Wanderschuhe und ein Funktionsoberteil. Manchmal blieben wir stehen und betrachteten die Insekten, deren Weg wir kreuzten. Ihre schimmernden Panzer, Fühler und Scheren. Über uns Blätterdach, Vogelgezwitscher, Herbstluft. Es hätte romantisch sein können, hätte Jakob nicht angefangen, über Grashüpfer-Penisse zu sprechen, oder zumindest irgendwann damit aufgehört. Ich wusste wenig über ihn. Nur, dass er Biologie studiert. Mit solch speziellen Interessen hatte ich allerdings nicht gerechnet. Im persönlichen Gespräch zeigten sie sich nach fünf Minuten, im tagelangen Schreiben zuvor waren sie unsichtbar geblieben. Überraschungen, die beim Treffen mit einem nahezu Unbekannten passieren können. Jakob und ich haben uns auf Tinder kennengelernt.

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