Der Januar hüllte auch die Weinberge unterhalb der Grabkapelle auf dem Württemberg in Schnee ein. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Januar brachte den Stuttgarterinnen und Stuttgartern an 16 Tagen eine geschlossene Schneedecke und endlich mal überdurchschnittlich viel Wasser für die Böden: 59,4 Liter Niederschlag auf einem Quadratmeter.

Rotenberg - Schlitten fahren, Schneemänner und Iglus bauen, mit Schneebällen werfen oder einfach nur im Winterwald spazieren gehen – solch einen weißen Start ins Jahr erlebten die Stuttgarter in den vergangenen Jahren selten. Selbst die Feldwege in den Weinbergen rund um den Württemberg und die Egelseer Heide verwandelten sich in Loipen, an etlichen Tagen waren Skilangläufer unterwegs. „Auf dem Schnarrenberg registrierten wir an 16 Tagen eine geschlossene Schneedecke“, sagt Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst. Von 13. bis 20. Januar und dann wieder von 23. bis 28. Januar konnten sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter an der weißen Pracht erfreuen. Die letzten vier Tage des Januars brachten dann aber einen Wetterumschwung. Die Stadt verwandelte ihr Aussehen, wurde grau statt weiß. Milde Temperaturen, Regen und viele Wolken trübten das Wohlbefinden und die Laune vieler Menschen. Landwirte und Gartenbesitzer können der Dauerberieselung jedoch auch einiges Positives abgewinnen. Nach etlichen Monaten der Trockenheit sickert jetzt endlich – durch Schnee und Regen – wieder einmal eine erkleckliche Menge Wasser in die Böden. Das Grundwasserreservoir bekommt ein bisschen Nachschub. „Wir haben im Januar insgesamt 59,4 Liter pro Quadratmeter gemessen“, sagt Paffenzeller. Das entspricht 158,4 Prozent des Mittelwertes, der aus den Januarwerten von 1961 bis 1990 ermittelt wird.

Der intensivste Regentag war am 28. Januar. Auf den Schnarrenberg fielen 9,6 Liter Wasser auf einen Quadratmeter Fläche. „Das bedeutet Tagesrekord. An noch keinem 28. Januar seit Beginn unserer Wetteraufzeichnungen hat es so stark geregnet. Der bisherige Rekord stammt aus dem Ja hr 1990 mit 7,7 Liter pro Quadratmeter“, sagt der Meteorologe. Der vergangene Donnerstag war auch der windstärkste der vergangenen 31 Januartage. Von einem Wintersturm wie bei Wibke oder Lothar blieb die Landeshauptstadt glücklicherweise verschont. Immerhin fegten stürmische Böen mit Spitzenwerten von 69,8 Kilometern pro Stunde fegten über Stuttgart hinweg.

Der Wetterumschwung im Südwesten Deutschlands führte auch zu ungewöhnlich hohen Temperaturen. Am 22. Januar haben die Meteorologen auf dem Schnarrenberg sogar 13,5 Grad Celsius gemessen. Das Jahr 2021 startete mal wieder zu warm. 1,7 Grad Celsius im Mittel bedeuten, dass die Januartage 1,2 Grad Celsius wärmer waren als der Mittelwert der 30 Jahre von 1961 bis 1990. Dennoch fielen die Temperaturen an 21 Tagen unter den Gefrierpunkt. Meteorologen bezeichnen diese Tage als Frosttage. Wenn die Temperaturen dagegen im Laufe des Tages die Null-Grad-Grenze nicht überspringen, sprechen die Wetterkundler von Eistagen. Dies war diesen Januar zweimal der Fall. Normalerweise waren dies zwischen 1961 und 1991 im Schnitt sieben Eistage. „Am eisigsten war es am 11. Januar mit minus 6,8 Grad Celsius am frühen Morgen“, sagt Pfaffenzeller.

Eines vermissten die Stuttgarter im Januar: Sonnenschein. Die Farbe Blau an einem wolkenlosen Himmel war rar. Die Sonne schien nur an 39,6 Stunden vom Himmel. Dies entspricht 65,6 Prozent eines normalen Januars. Die Vitamin-D-Produktion kam am besten am 15. Januar in Gang. Der Tag brachte es auf acht Stunden Sonnenschein. Die kommenden Tage werden leider trüb bleiben. Pfaffenzeller sagt Regenfälle und Temperaturen bis 13 Grad Celsius für Mittwoch vorher.

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