Der neu bepflanzte städtische Weinberg am Cannstatter Zuckerle in der Hofener Straße. Foto: Iris Frey

Am Weinberg Cannstatter Zuckerle ist die städtische Rebfläche von 40 Ar nun neu bepflanzt worden mit Cabernet Sauvignon-Wein, wie der Leiter des städtischen Weinguts, Timo Saier, berichtet.

Bad Cannstatt - Der Weinberg Cannstatter Zuckerle an der Hofener Straße ist vor kurzem neu bepflanzt worden, wie der Leiter des städtischen Weinguts, Timo Saier, berichtet. So wurde die etwa 40 Ar große Fläche mit Cabernet Sauvignon (1150 Stock) und Riesling (550 Stock) bestockt. Eine Aufgabe, die mit vielerlei Arbeitsschritten verbunden war, wie der Weingutleiter erklärt. Zuerst wurde der Weinberg gerodet und die alte Drahtanlage entfernt. „Danach wurde rigolt (tiefengelockert) und das Saatbett mit der Kreiselegge vorbereitet“, erklärt Saier die Vorbereitungen. Im Anschluss wurde noch vor der Pflanzung ein zweites Mal gekreiselt und eine sehr widerstandsfähige Begrünung eingesät. Zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten wurden noch Steine aus dem Gelände abgesammelt.

Das war insgesamt vier Mal der Fall, um die zukünftige Bearbeitung zu vereinfachen. Vor Ostern fand die eigentliche Pflanzung mit einer Steilhangraupe statt. Unmittelbar danach erfolgte das Ausrichten der Pflanzstäbe und das Anbringen der Pflanzschutzhüllen zum Schutz vor Wildverbiss. Nach Ostern begann direkt die Installation der Bewässerung, um trotz des trockenen Jahres den Reben optimale Bedingungen bieten zu können. Zum Schutz vor übermäßiger Erosion bei Gewittern verteilten Mitarbeiter des Weinguts noch Stroh im Gelände. „Mitte Mai werden schon die Pfosten für die neue Drahtanlage geschlagen“, kündigt Saier an.

Darauf folgt das Einziehen der ersten Drähte und die Bewässerungsschläuche werden hoch gehängt, um der manuellen Unterstockbearbeitung nicht im Wege zu stehen. Der ganze Ablauf ist natürlich durch geplant und straff getaktet, um bei späteren Arbeitsspitzen nicht im Weg zu stehen. Eine von der Größe vergleichbare Anlage entstehe gerade am Pragsattel mit Chardonnay und Sauvignon Blanc, so Saier. Eine solch beachtliche Fläche Junganlage (beide zusammen zirka 80 Ar) ist nur mit guter Planung und Teamleistung möglich. Natürlich musste mit den Vorbereitungen möglichst früh im Herbst begonnen werden. Im Einsatz waren und sind die Mitarbeiter des städtischen Weinguts, Auszubildende, ehrenamtliche Helfer, Saisonarbeiter und Studenten, die als Ferienjobber im Betrieb helfen. Die Cabernet Sauvignon-Trauben dieser Anlage sollen mit dem Merlot aus der Nachbarparzelle zu einer kräftigen, intensiven Rotweincuvée verarbeitet werden, welche in 500 Liter Eichenfässern reifen wird.

Der Zuwachs an Riesling ergänzt den Bestand des städtischen Weinguts mit der wichtigsten deutschen Weißweinsorte an dieser bekannten Lage. „Diese wird in unserem Betrieb spontan vergoren, um den Ausdruck der Lage noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken“, erklärt der Fachmann. Während der Vorbereitungen des Weinbergs wurde auch ein steinernes Häuschen abgerissen. Dieses Häuschen war, wie Saier erklärte, illegal im Weinberg errichtet worden.

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