Die Mühe war umsonst: Patrick Färber und seine Teamgefährten des SV Cannstatt waren verlustpunktfreier Tabellenführer. Doch die Saison wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen und nicht gewertet. Foto: /Niklas Heck (z)

Saison in der 2. Wasserball-Bundesliga ohne Wertung beendet. Verlustpunktfreier Tabellenführer SVC geht leer aus.

Bad Cannstatt - A uf dem Trockenen sitzen die Zweitliga-Wasserballer des Schwimmverein Cannstatt zwar nicht mehr – schließlich erlaubt die Corona-Verordnung seit einiger Zeit wieder den Trainingsbetrieb im Mombach-Bad. Die großen Ziele des Cannstatter Traditionsvereins sind trotzdem in unerreichbare Ferne gerückt: Der Süddeutsche Schwimmverband hat vor kurzem den Abbruch all seiner Wasserballligen bekannt gegeben und setzte den Titelambitionen der Cannstatter damit ein jähes Ende. Noch vor der Corona-Zwangspause hatten die auf den Meistertitel geschielt; mit acht Siegen aus acht Spielen und einer makellosen Tordifferenz schienen die Hoffnungen zum ersten Mal seit dem Abstieg wieder berechtigt.

Entsprechend enttäuscht reagiert SVC-Trainer Andras Feher auf die Entscheidung des Verbands: „Es wäre wirklich schwer geworden, in diesem Jahr nicht Erster in der 2. Bundesliga zu werden. Wir haben mit all unseren Mannschaften eine wirklich gute Saison gespielt, von daher ist das coronabedingte Ende nur zu bedauern.“ Vor der endgültigen Entscheidung hatte der SV Cannstatt unter den acht Mitbewerbern noch für einen Kompromiss geworben: Laut Andras Feher hätten sich die Sauerwasserstädter auch eine Fortführung der Liga im Herbst vorstellen können, vorausgesetzt der Pandemieverlauf hätte dies zugelassen. „Anscheinend waren wir der einzige Verein, der sich für eine solche Lösung stark gemacht hat“, sagt Feher.

Für den Kapitän der ersten Mannschaft ist das nur verständlich, gleichwohl auch Lennart Löscher den Abbruch aus sportlicher Sicht bedauert. „Viele Vereine haben nicht den Luxus und verfügen über ein vereinseigenes Bad so wie wir. Dass im Frühherbst wieder ein Ligabetrieb stattfinden soll, kann ich mir daher nicht vorstellen“, so der etatmäßige Center, dessen Blick deutlich weiter in die Zukunft geht. Nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich organisatorisch und spielerisch auf die neue Spielzeit vorzubereiten. „Mir schwebt da ein noch weiter gesteigertes Zuschauererlebnis vor“, meint der Student. Wie das aussehen könnte, kann die Vereinsführung nun in aller Ruhe austüfteln: Bis in den Herbst hinein finden keine Spiele mehr statt, auch das Training läuft nur zaghaft wieder an. Noch muss Trainer Andras Feher auf Übungen mit Körperkontakt verzichten – zum Leidwesen aller Wasserballer, die sich oftmals nicht als begeisterte Schwimmasse beschreiben würden.

Wie gut, dass die Entscheidung des Schwimmverbands da zumindest einen Lichtblick gewährt: „Der Spielbetrieb des SSV-Pokals bleibt bis auf Widerruf ausgesetzt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Soll heißen: Noch ist die Pokalrunde nicht abgesetzt – hinter den Kulissen rührt der SV Cannstatt bereits kräftig die Werbetrommel für ein mögliches Finalturnier im Herbst. Womöglich können die Wasserballer des Schwimmverein Cannstatt dann doch noch ihren Titelhunger stillen.

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