Evan Müller (links) und der SV Cannstatt sind weiterhin verlustpunktfrei. Foto: /olger Strehlow

Der Wasserball-Zweiligist SV Cannstatt gewinnt in Frankfurt nach einer spannenden Begegnung mit 15:12 und bleibt verlustpunktfrei.

Frankfurt - Wieder einmal ein Spiel mit Aufregerpotenzial bot sich dem SV Cannstatt bei seiner Auswärtsfahrt nach Frankfurt am vergangenen Sonntag: Sehenswerte Konter, ein knappes Spiel um die Tabellenführung, dazu ein brisantes Schlussviertel mit Roten Karten auf beiden Seiten – so ließe sich das Spielgeschehen im Schnelldurchlauf umschreiben. Am Ende behielt der SVC dennoch den kühleren Kopf und besiegte die hessischen Lokalmatadoren mit 15:12 (2:1, 3:3, 6:3, 4:5).

Auch nach dem achten Saisonspiel behalten die Schwaben damit ihre blütenweiße Weste – zumindest was das Punktekonto angeht. Anders hingegen würden sich die Verhältnisse wohl in der (nicht existenten) Fairplay-Statistik der Liga darstellen. Nach einer ruhigen Anfangsphase und besonnenen Heimspielen im vergangenen Jahr war SVC-Trainer Andras Feher im Januar zuletzt die Hutschnur hochgegangen. Bei gleich mehreren Spielen musste das Wasserball-Ass anschließend auf der Tribüne Platz nehmen – dorthin dürfte er nun aller Voraussicht nach auch bald wieder zurückzukehren. In der Mainmetropole wurde der Coach im 3. Spielabschnitt nach hitzigen Diskussionen mit den Schiedsrichtern der Bank verwiesen. Dabei hätten die Proteste ihres Trainers durchaus Berechtigung gehabt, bestätigten weite Teile des Teams nach Spielende. Selbst gegnerische Spieler sollen Feher nach eigenen Angaben in seinem Protest unterstützt haben. „Die Zeitmessung des Protokolls war andauernd fehlerhaft, oft zu unserem Nachteil“, begründete der seinen Einspruch, der Mitte des dritten Viertels zum Äußersten führte: der Roten Karte gegen den Trainer.

Die Cannstatter ließen sich von der Unruhe am Beckenrand jedoch nicht beeinflussen. Bereits kurz nach Anpfiff hatten die Stuttgarter im Frankfurter Riedbad die Kontrolle übernommen. Die Hessen mussten von Beginn an einem Rückstand hinterherhinken, den sie nur schwerlich aufzuholen wussten. Und dennoch: Die spannende Phase des Spiels war aus Cannstatter Sicht noch nicht überstanden. Mit der Debatte am Beckenrand, ob Zeitmessung und Kampfgericht nun fehlerhaft gearbeitet hätten oder nicht, kam auch das selbstsichere Spiel der Gäste immer deutlicher ins Wanken. Zunächst bahnte sich der Stimmungsumschwung langsam an, dem SV Cannstatt gelang zu Beginn des finalen Viertels sogar der Treffer zum 12:7. Doch der scheinbar befreienden Aktion von Toptorschütze Mike Troll war die Signalwirkung nicht vergönnt: Ohne Trainer auf der Bank schienen den Sauerwasserstädtern die Spielideen auszugehen. Das nahmen die Frankfurter dankend an, nur knapp verfehlten die Hessen im Anschluss eine Kehrtwende: Die Cannstatter besannen sich in den Schlussminuten eines Besseren, mobilisierten ihre letzten Kräfte und sicherten sich so einen 15:12-Auswärtserfolg. Dabei avancierten die Schlussszenen der Partie noch einmal zur besonderen Kontroverse: Seitens der Unparteiischen hagelte es in den letzten zwei Minuten Rote Karten auf beiden Seiten, beim Schwimmverein traf es die Routiniers Patrick Färber und Filip Zugic. Beide mussten wegen ihrer lautstarken Kritik am Schiedsrichtergespann frühzeitig das Becken verlassen. Ob die Unruhestifter eine Spielsperre zu befürchten haben, ist nicht bekannt. Ziemlich sicher muss sich allerdings Trainer Andras Feher vor dem Rundenleiter verantworten.

SV Cannstatt: Nicolas Huentz (im Tor), Thomas Hartmann, Filip Zugic, Julian Thran, Lennart Löscher (1 Tor), Tim Hornuf (2), Patrick Lars Färber, Evan Müller, Djordje Milojkovic (3), Mike Troll (5), Alexander Wottschel (1), Pascal Sachs (3), Miles Müller.

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