Die Aktiven des Waldheimvereins haben die ersten Meter des gewünschten Waldpfads mit Holzplanken provisorisch eingerichtet. Foto:  

Die Bezirksbeiräte wünschten sich einen Waldpfad vom Waldheim in Richtung Aktivspielplatz Dürrbachtal. Doch der Weg ist zu teuer, zu gefährlich und aus Naturschutzgründen nicht machbar.

Hedelfingen - Für die Bezirksbeiräte und den Waldheimverein ist ein Wunsch geplatzt: In einem gemeinsamen Antrag hatten Hedelfingens Bezirksbeiratsfraktionen einen Waldpfad vom Waldheimgelände in Richtung Aktivspielplatz Dürrbachtal vorgeschlagen. Die Idee stammt von den Aktiven des Waldheimvereins. Auf einer historischen Landkarte fiel ihnen eine Transportbahn auf, mit der vermutlich vor mehr als hundert Jahren Lehm durch den Wald auf das heutige Gelände des Waldheims befördert wurde. Vereinsvorsitzender Paul Wurm und einige Mitstreiter machten sich deswegen auf die Suche und entdeckten unter Gestrüpp die alten Pfeiler. Die Idee: Auf diesen reaktivierten Betonstelen könnte ein Pfad über die Schlucht hinterm Waldheim in den Wald und dann in sicherem Abstand zur befahrenen Filderauffahrt zum Aki Dürrbachtal führen. Provisorisch legten sie ein paar Planken auf die Pfeiler. Bei einer Begehung vor Ort wurde aber bereits klar: Es wird kein einfaches Vorhaben. Die Bezirksbeiräte sprachen sich dennoch für den Waldzugang für die Waldheimkinder aus.

Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) hat nun den Vorschlag untersucht und Stellung bezogen. „Aus Sicht der Unteren Forstbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde wird der Antrag auf Wegebau durch den Stadtwald abgelehnt, heißt es in dem Schreiben an Bezirksvorsteher Kai Freier.

Der angrenzende Wald sei nur sehr bedingt für waldpädagogische Zwecke geeignet. Zudem könnten die Waldheimkinder heute bereits auf zwei Wegen zum Aktivspielplatz gelangen. Entweder marschieren die Kinder durch das verkehrsberuhigte Wohngebiet am Bergwald oder sie spazieren an der durch Leitplanken geschützten Heumadener Straße zum gut ausgebauten Waldweg. Auch technisch, so das GFF, sei der Waldpfad eine Herausforder­ung. Die Wegstrecke umfasst etwas 450 Meter. Die historischen Pfeiler reichen nur rund 40 Meter in den Wald. Ein Weiterbau müsste auf neuen Pfeilern und mit Holzbohlen geplant und die Querung über die tiefe Klinge müsste kindersicher gebaut werden. „Die Umsetzung des Weiterbaus wäre technisch aufwendig, der Finanzbedarf im Vergleich zum Nutzen sehr hoch und die Stadt müsste danach die Verkehrssicherungspflicht übernehmen“, so die Experten. Erschwerend komme hinzu, dass der Brückenbau ein starker Eingriff in die Natur und Landschaft in einem ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet bedeutet.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: