Der bekannte Architekt Werner Sobek hat einen Konzeptentwurf für die Siedlung im Steinbruch in Winterbach vorgelegt – mit ökologisch verantwortbaren und preisgünstigen Wohnungen.
Ob die neuen Wohnungen vermietet werden sollen oder zum Verkauf stehen, ist offen. Ob es speziell für Lehrkräfte reservierte Appartements gibt oder auch ein genossenschaftliches Element ins geplante Vermarktungskonzept eingebaut wird, ist bislang ungeklärt. Und auch für die Frage, welcher Immobilien-Investor den Bau einer neuen Siedlung im Steinbruch-Areal am Winterbacher Engelberg finanziell stemmen könnte, gibt es noch keine Antwort.
Sicher aber ist, dass der Waldorfschul-Verein jetzt einen Knopf an die seit Jahren diskutierten Gedankenspiele um sein Bauprojekt in der Steinbruch-Siedlung machen will – und sich illustre Unterstützung für die Ausarbeitung der Pläne gesichert hat. Mit seinem Konzeptentwurf für die Bebauung trat am Dienstag kein Geringerer als Werner Sobek in der Waldorfschule am Engelberg auf. Der renommierte Architekt stellt sich auf dem einst für das Personal der vereinsgetragenen Bildungseinrichtung errichteten Siedlung am Hang zum Engelberg ein Wohnareal vor, das durch eine nachhaltige Bauweise nicht nur ökologisch eine Vorbildrolle einnimmt, sondern auch sehr preisgünstige Wohneinheiten bietet.
Bis zu 220 Menschen könnten künftig auf dem Areal leben
Bis zu 220 Menschen könnten aus Sicht des Architekturprofessors auf dem 12 000 Quadratmeter großen Baugelände im Steinbruch leben. Je nach Schnitt der einzelnen Wohneinheiten wären in einem hufeisenförmig angeordneten Baukörper zwischen 45 und 66 Appartements mit etwas mehr als 8000 Quadratmeter Wohnfläche möglich.
Ökologisch und zugleich erschwinglich werden die Wohnungen laut Werner Sobek durch vorgefertigte Module aus einer Rahmenkonstruktion und Holzfaserplatten. Jeweils 4,50 Meter breit werden sie in Hufeisenform aufeinandergestapelt, die Dächer sind begrünt und mit Photovoltaik-Modulen versehen. Der Stuttgarter Architekt spricht von „verantwortetem Bauen“ und will nicht nur die bestehenden Bäume auf dem Areal weitgehend erhalten, sondern durch die Verwendung recycelbarer Materialien auch eine schon in der Bauphase emissionsfreie Siedlung erstellen. Einen Schornstein sollen die drei geplanten Stockwerke nicht bekommen, die Wärme fließt vom Dach. Über ein Kellergeschoss wird nachgedacht, der vom Baukörper umrahmte Platz soll für die Siedlung auch zu einem sozialen Mittelpunkt werden.
Geplant ist ein autonomer Pendelbus von der Wohnung zum Parkplatz
Und auch bei der Frage nach den Stellplätzen hat Sobek eine Innovation im Sinn. Statt den Platz fürs Blech direkt am Gebäude einzuplanen, soll ein autonom fahrendes Shuttle-Mobil zwischen der Siedlung und dem Parkplatz der Waldorfschule pendeln. Bei der Vorstellung der Pläne hat just diese Lösung durchaus für Lacher gesorgt – mit Blick auf die tägliche Parknot an der Schule erscheint es zweifelhaft, dass vorhandene Stellflächen ausreichen. Kritik kommt auch wegen des Eingriffs in die Natur bereits auf: Die Steinbruch-Siedlung ist laut einer Bewohnerin ein einzigartiges Biotop, etwa für den Hirschkäfer und seltene Schmetterlinge.