Unternehmer und Millionär Ralph Suikat unterstützt Sahra Wagenknecht von Karlsruhe aus bei der Parteigründung – und fordert eine „vernünftige“ Besteuerung von Vermögen.
In die politische Debatte eingemischt hat sich der Karlsruher Unternehmer und Millionär Ralph Suikat mit seinen Initiativen immer wieder: Etwa als einer der Gründer von „Tax me now“ („Besteuert mich jetzt“), mit der Suikat für ein gerechteres Steuersystem in Deutschland und mehr Umverteilung kämpft. Er und andere Millionäre könnten mehr Steuern bezahlen: „Menschen mit breiteren Schultern können mehr zum Gemeinwohl beitragen“, sagte Suikat vor zwei Jahren in einem Interview.
Ein gemeinsamer Freund hat Wagenknecht und Suikat zusammengebracht
Jetzt will er sich aber auch direkt politisch engagieren – und unterstützt deshalb die ehemalige Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht auf dem Weg zur Gründung einer Partei. In ihrem Verein „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW), der als Vorstufe für die neue politische Kraft gilt, übernimmt der Karlsruher Millionär die Rolle des Schatzmeisters. Und auch wenn die Partei im Januar gegründet ist, könne sich Suikat ein Amt vorstellen, wie er unserer Zeitung sagte: „Eine Kandidatur als Bundesschatzmeister ist durchaus denkbar.“
Die Politik der aktuellen Bundesregierung aus SPD, Grüne und FDP habe den Ausschlag gegeben für sein politisches Engagement: „Die Ampel hat es nicht geschafft, die Besteuerung von Vermögen vernünftig zu regeln und immer mehr Entscheidungen getroffen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland dramatisch geschwächt haben“, kritisiert Suikat. Der Kontakt zu Sahra Wagenknecht sei über einen gemeinsamen Freund zustande gekommen.
Karlsruhe ein „schöner Ort“ für den Verein „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW)
Seinen Sitz hat der Verein BSW sogar in der Stadt, aus der Suikat kommt: in Karlsruhe. „Da ich selbst viel für den Verein organisiere und meine anderen Unternehmungen ihren Sitz in Karlsruhe haben, machte das am meisten Sinn“, erklärt der Millionär. Außerdem sei die Fächerstadt mit dem Sitz des Bundesgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts „die Residenz des Rechts und damit auch der Gerechtigkeit, von daher ein schöner Ort für unseren Verein“, sagt er.
Momentan gebe es viel Arbeit bei der Vorbereitung der Partei, berichtet der Karlsruher: „Hier ist noch einiges an struktureller Arbeit und Fundraising zu leisten.“ Im Januar will der Schatzmeister aber genug Geld gesammelt haben, um die Parteigründung zusammen mit Sahra Wagenknecht zu finalisieren.
Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)
Der Verein
mit Sitz in Karlsruhe und Registrierung am Amtsgericht Mannheim gilt als Vorstufe zur Gründung einer neuen Partei Anfang 2024.
Umfragen
bescheinigen dem Projekt ein mögliches Stimmenpotenzial von etwa 12 Prozent bundesweit. Überraschend hat Sahra Wagenknecht nun angekündigt, im Osten eventuell der CDU zu Mehrheiten gegen die AfD verhelfen zu wollen. (mic)