Gefährlich ist der Verzehr von Wildpilzen mit einer erhöhten Cäsiumbelastung nicht, aber eine unnötige Strahlenbelastung kann vermieden werden. Foto: dpa/Armin Weigel

Vor allem im Süden Deutschlands sind noch immer einige Wildpilze stark radioaktiv belastet. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt daher besonders private Pilzsammler.

Salzgitter - Bis heute sind einzelne Pilzarten vor allem in Süddeutschland als Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 radioaktiv belastet. Nach dem am Donnerstag vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter veröffentlichten Pilzbericht sind einzelne Wildpilzarten im Bayerischen Wald und am Alpenrand belastet.

BfS-Präsidentin Inge Paulini warnte vor allem private Pilzsammler. „Wer Wildpilze aus dem Handel kauft, muss sich über radioaktives Cäsium keine Gedanken machen – hier gilt ein Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse.“ Wenn jemand aber selbst Pilze sammle, lohne es sich, genauer hinzusehen. 

Unnötige Strahlenbelastung kann vermieden werden

Vor allem im Bayerischen Wald oder am Alpenrand könnten beispielsweise Semmelstoppelpilze, Maronenröhrlinge oder Gelbstielige Trompetenpfifferlinge erhöhte Cäsiumwerte aufweisen. Eine Gesundheitsgefahr bestehe zwar beim Verzehr dieser Pilze nicht, aber wer sie in der Natur stehen lasse, könne leicht eine unnötige Strahlenbelastung vermeiden.

Die Cäsiumbelastung schwanke aber sehr stark je nach Pilzart und von Standort zu Standort. Im Jahr 2019 wiesen insbesondere Semmelstoppelpilze am nördlichen Rand des Nationalparks Bayerischer Wald Spitzenwerte von über 4000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse auf. Diese Messwerte seien unerwartet hoch ausgefallen. Ob sich das bestätige und welche Ursachen verantwortlich seien, werde im Rahmen der diesjährigen Messkampagnen untersucht.

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