Der Mann wurde mit schweren Verätzungen in eine Spezialklinik gebracht. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Patrick Seeger

Ein 22 Jahre alter Mann hat sich am Sonntag in seiner Wohnung in Graben-Neudorf schwere Verätzungen in seinem Gesicht und am Oberkörper zugezogen, als ein Kanister mit Chemikalien explodierte. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Graben-Neudorf - Ein 22 Jahre alter chemisch-technischer Assistent hat am Sonntagnachmittag in seiner Wohnung in Graben-Neudorf (Kreis Karlsruhe) schwere Verätzungen an Gesicht und Oberkörper erlitten, als ein mit Chemikalien befüllter Kanister explodierte.

Wie die Polizei meldet, zerbarst der Kunststoffkanister kurz vor 16 Uhr in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Bahnhofsring. Die ausgetretene Flüssigkeit landete auf dem Gesicht und dem Oberkörper des 22-jährigen Bewohners, der dadurch schwer verätzt wurde. Seine 56 Jahre alte Mutter, die sich ebenfalls in der Wohnung befand, eilte zu Hilfe und kam dabei an beiden Unterarmen mit der ätzenden Flüssigkeit in Berührung. Glücklicherweise trug sie lediglich Rötungen davon, die ambulant in einem Krankenhaus versorgt werden konnten. Ihr Sohn kam per Rettungsdienst in eine Spezialklinik, Lebensgefahr bestehe wohl nicht.

Die Wohnung bleibt vorerst unbewohnbar

Die Freiwillige Feuerwehr aus Graben-Neudorf war mit 24 Einsatzkräften vor Ort und fand in der Wohnung diverse Kanister mit Chemikalien, die der junge Mann dort aufbewahrt hatte. Eigenen Angaben zufolge wollte er Seife herstellen.

Ein Chemieexperte der Feuerwehr aus Weingarten sowie ein Sprengstofffachmann des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg wurden zu den Ermittlungen hinzugezogen. Die Experten stellten fest, dass sich die Chemikalien nicht unmittelbar zur Herstellung von Sprengstoff oder etwa Betäubungsmitteln eignen. Offenbar handelt es sich bei den Substanzen um frei verkäufliche Gefahrstoffe, die allerdings in den jeweils festgestellten Mengen von mehreren Litern für die Handhabung im Privathaushalt nicht geeignet seien.

Die Wohnung bleibt vorerst unbewohnbar, bis eine Fachfirma die Stoffe entsorgt hat und der betroffene Bereich entsprechend gereinigt wurde. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

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