Beim TSV Bernhausen gärt ein Konflikt um die Hallenzeiten. In der Folge hat es nun zwei Rücktritte gegeben. Das Angebot musste reduziert werden. Wie geht es weiter?
Beim TSV Bernhausen gärt ein Konflikt um die Hallenzeiten. Als Konsequenz sind nun die Abteilungsleiterin für den Gesundheitssport sowie eine langjährige Übungsleiterin für den Herzsport zurückgetreten. Das Angebot musste deshalb reduziert werden.
Herzsport ist eine Form des Rehabilitationssports, der als ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation gesetzlich verankert ist und von den Krankenkassen bezahlt wird. Entsprechend groß ist die Nachfrage. Das bestätigt auch der Vorstandssprecher des Turn- und Sportvereins Bernhausen, Norbert Leven. „Rund 80 bis 100 Personen nehmen an unsere Herzsportangeboten teil“, sagt Leven. Weil nun zwei von vier Übungsleiterinnen, darunter die Abteilungsleiterin für den gesamten Gesundheitssport im Verein, zurückgetreten sind oder ihren Rücktritt bekannt gegeben haben, könnten derzeit jedoch keine weiteren Interessenten aufgenommen werden.
Der Grund für die Abgänge: Ein vereinsinterner Streit über die Hallenzeiten für die Herzsport-Gruppen. Seit rund 35 Jahren bietet der TSV Bernhausen Sport für Herzkranke an. Die Zeiten, an denen die insgesamt vier Gruppen ihre Übungs- und Trainingseinheiten durchführen, liegen traditionell am Montag und Dienstag zwischen 19 bis 20 Uhr und 20 bis 21 Uhr. Die zweite Dienstagsstunde ist nun weggefallen.
Die Teilnehmer in den beiden Montagsgruppen, die von zwei Übungsleiterinnen gemeinsam betreut werden, wurden schon in der Vergangenheit aus medizinischen Gründen stets so eingeteilt, dass die leistungsschwächeren und damit zumeist auch älteren Menschen den früheren Übungstermin belegen konnten. Das, so ist dazu zu hören, habe bislang stets gut funktioniert.
In den beiden Dienstagsgruppen, die von unterschiedlichen Übungsleiterinnen betreut werden, haben sich indes die Fronten im Ringen um den 19-Uhr-Termin so verhärtet, dass Andrea Schäfer, die Abteilungsleiterin Gesundheitssport und Gruppenleiterin der 20-Uhr-Gruppe kürzlich von allen ihren Ämtern zurückgetreten ist.
Der 20-Uhr-Termin ist vielen Teilnehmenden zu spät
Schäfer erklärt, dass der Zuspruch für den 20-Uhr-Termin immer geringer wurde. Während der warmen Jahreszeit konnte demnach der Kurs durch Ausweichen ins Freie bereits um 18 Uhr durchgeführt werden und sei stets gut besucht gewesen. Im Winter sei ein solcher Übungsbeginn wegen der knappen Hallenkapazitäten aber nicht möglich, sagt Schäfer.
Die Folge: Teilnehmer blieben weg. „Viele in meiner Gruppe hatten gemerkt, dass ihnen der Unterricht um 18 Uhr gut tut.“ Dem Vorstand des Vereins habe sie deshalb mitgeteilt, dass der 20 Uhr-Termin nicht mehr tragbar sei.
Kritik wird in diesem Zusammenhang auch an anderen Sportabteilungen laut, die die Halle am Elisabeth-Selbert-Gymnasium ebenfalls nützen. Kompromissbereitschaft zugunsten der Herzsportgruppen sei hier nicht zu erkennen.
Insgesamt zu wenige Sportflächen
„Wir haben uns über mehrere Jahre hinweg bemüht, Veränderungen bei den Trainingszeiten herbeizuführen, sind aber bei den Thema nicht vorangekommen.“, sagt Nobert Leven. Der Konflikt um knappe Hallenzeiten sei „ein allgemeines Problem“. „Wir haben in Filderstadt insgesamt zu wenig Flächen in Sporthallen, um alle aufnehmen zu können, die Sport treiben wollen.“ Der geplante Neubau der Gotthard-Müller-Sporthalle in Bernhausen, die drei Felder umfassen wird, bezeichnet Leven in diesem Zusammenhang eine Perspektive.
Andrea Schäfer sieht sich inzwischen mit dem Vorwurf konfrontiert, die Teilnehmer ihrer Herzsportgruppe gegen den Verein aufgewiegelt zu haben. Etliche davon hatten sich schriftlich bei der Vereinsspitze über die ungünstigen Übungszeit beschwert. Schäfer betont, dass neben Sporthallen unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Übungsorte, wie zum Beispiel Altenheime, für den Herzsport infrage kämen. Diese Vorschläge seien aber nicht verfolgt worden.
Trotz der „Verwerfungen“, so Leven, finden derzeit noch immer drei von vier Herzsport-Gruppen statt. Ab Januar soll es dann auch wieder am Dienstag zwei Gruppen geben. Derzeit sei man auf der Suche nach neuen Übungsleitern. Für die Abteilungsleiteraufgaben gebe es eine Interimslösung.
TSV Bernhausen wird 125 Jahre alt
Jubiläum
Vom 1. bis 9. Juni 2024 feiert der TSV Bernhausen sein 125-jähriges Bestehen. Etwa zwei Dutzend Freiwillige bereiten dieses Jubiläum vor. Eingeladen sind dazu alle Mitglieder, Freunde und Gönner.
Lila Fete
Im Rahmen seines Jubiläums lädt der TSV Bernhausen am Samstag, 8. Juni, zur Lila Fete mit Filderstadts Kultband Flippmanns. Beginn in der Filharmonie an der Tübinger Straße ist um 20 Uhr. Die Karten kosten 15 Euro und sind über den Easyticket Service oder telefonisch unter 0711/2 55 55 55 erhältlich.