Rund 600 Besucher fanden am Wochenende den Weg zu den 35 Ausstellern auf der Messe Trendbau in der Kongresshalle. Die soll im kommenden Jahr wieder stattfinden – und sich möglichst vergrößern.
Zum ersten Mal veranstaltete die Ravensburger Veranstaltungsgesellschaft in Böblingen die Trendbau. Eine neue Messe rund um Energieeffizienz, Neubau, Umbau und Finanzierung. Die Schau füllt die Lücke aus, die die Messe Sindelfingen mit der „Haus & Energie“ aufgemacht hat. Die nämlich fand im März 2022 zum letzten Mal in der dortigen Halle statt, bevor die Messegesellschaft die Immobilie verkaufte.
Premiere Die erste Auflage der Trendbau in Böblingen am Samstag und Sonntag zog zwar nicht die Massen in die Kongresshalle, doch der Veranstalter zeigt sich zufrieden. „Wir haben am Ende an die 600 Besucher an beiden Tagen auf der Messe gezählt“, sagt Stephan Drescher, Geschäftsführer des Ausrichters. Das sei für die Premiere ein durchaus respektabler Wert, wenngleich noch Luft nach oben ist, sagt er. Außerdem koste die Messe zehn Euro Eintritt und die zahle nur, wer auch wirklich ein vitales Interesse mitbringe. „Das ist ein gewisser Filter.“
Inspiration gesucht Einer derer, die das Eintrittsgeld investiert haben, ist am Sonntag Holger Kindermann aus Böblingen, der mit seiner Frau gekommen ist. „Wir sind gerade dabei, unser Häuschen ein bisschen in Schuss zu bringen“, sagt er. „Da wollten wir uns vor allem über Innenausbau und Raumausstattung informieren, da war das Angebot aber nicht so groß“, sagt er. Tatsächlich seien es nur eineinhalb Aussteller zu diesem Thema gewesen, der Schwerpunkt liegt auf energetischer Sanierung und verschiedenen Heizarten. „Trotzdem war der Rundgang sehr angenehm“, sagt Kindermann. Und zum Thema Photovoltaik habe er einen Anreiz bekommen, was schließlich kein Fehler sei.
Energie im Fokus In der Tat käme ein Großteil der 35 Aussteller aus dem Bereich energetische Sanierung, sagt Messe-Chef Stephan Drescher, was aber der aktuellen Nachfrage entspreche. „Durch die Zinswende sind Neubauprojekte gerade längst nicht mehr so gefragt“, sagt er. Nur vier Stände hätten das schlüsselfertige Bauen zum Thema. Drescher: „Der Markt hat sich komplett vom Verkäufer- zum Käufermarkt gedreht, das heißt, das Angebot ist derzeit größer als die Nachfrage.“ Viel wichtiger seien den Kunden derzeit Themen rund um die richtige Heizart, energetische Sanierung oder erneuerbare Energien.
Sonne auf dem Dach Gleich mehrere Anbieter widmen sich der Frage, wie sich der Strom aus dem Sonnenlicht am besten einfangen lässt. So etwa die Cleverle Energie aus Filderstadt oder das Unternehmen Enersol. Einen Überblick will die Firma Regional Haus bieten, die ihr Geld damit verdient, für ihre Kunden verschiedene Anbieter zu vergleichen. „Wir sind das Check 24 der Photovoltaik-Branche“, sagt ein Mitarbeiter am Messestand. Wer Interesse hat, bekomme ein maßgeschneidertes Angebot, das möglichst auf das eigene Dach abgestimmt passen soll.
Lokale Aussteller Die meisten der ausstellenden Firmen hätten keine weite Anreise gehabt, sagt Messe-Chef Drescher: „Wir sind eher eine lokale Messe, nur wenige Aussteller sind überregional.“ Von weiter her käme nur zwei Anbieter von Insektenschutzgittern oder Dachfenstern. Ohnehin sei den Besuchern wichtig, Betriebe aus ihrem direkten Umfeld zu treffen. Am nächsten hatte es das Unternehmen Dicht-o-Fix, dass sich auf die Abdichtung von Fenstern und Türen spezialisiert hat, Firmensitz ist: Böblingen.
Vorträge gut besucht Im Foyer des Europasaals startet kurz darauf Marco Walz vom gleichnamigen Installationsbetrieb aus Steinenbronn seinen Vortrag mit TV-Schirm und Headset-Mikrofon. Er führt die Zuhörer ganz grundsätzlich in das Thema Heizung ein und schlaut sein Publikum auf über Fachbegriffe wie Heizlast, Vorlauftemperatur oder Jahresarbeitszahl. Das Interesse daran ist entsprechend groß, die rund 50 Sitzplätze sind gut besetzt. „Das Angebot der Vorträge wird sehr geschätzt“, sagt Veranstalter Stephan Drescher. An den beiden Tagen seien zwölf davon angeboten worden: Von Abdichtung über Gebäudeenergiegesetz bis Wärmepumpe.
Zufriedene Aussteller Am Stand von Rudolf Nuic aus Biberach herrscht am Sonntagnachmittag zwar kurz Flaute, der Handwerker ist dennoch zufrieden mit dem Messeauftritt. „Die Qualität der Besucher ist gut, viele suchen gezielt“, sagt er, dem das lieber ist als massenhaft Laufpublikum, das am Ende nur durchstreife. Er bietet Dachreinigung an und Steinteppiche für Terrasse und Balkon. „So eine Messe muss sich aufbauen, das dauert drei bis vier Jahre“, sagt er. Der gleichen Meinung ist Kai Geißler von der Immobau Altbausanierung aus Donzdorf: „Wir brauchen nicht die Masse an Publikum, lieber wenige, die sich interessieren.“
Neuauflage in 2025 Die Premiere war zwar mit 600 Besuchern und 35 Ausstellern nicht überlaufen, aber Messe-Chef Drescher ist zufrieden. „Vor allem das Gebäude Kongresshalle hat uns zugesagt, das lässt sich sehr flexibel gestalten“, sagt er. Schon jetzt sei Drescher in Verhandlung mit der CCBS für eine Neuauflage im kommenden Jahr. „Langfristig peilen wir um die 70 Aussteller an“, sagt er. Dann könne auch noch das Foyer und sogar der Württembergsaal mit bespielt werden.