Foto: Tom Bloch - Tom Bloch

Der Sportbund Stuttgart war im Spitzenspiel der Tischtennis-Regionalliga gegen die TSG Kaiserslautern chancenlos

StuttgartDie Enttäuschung hielt sich bei den Sportbund-Akteuren nach der klaren Schlappe im Spitzenspiel zu Hause gegen die Zweitplatzierte TSG aus Kaiserslautern in Grenzen. „Der Spielverlauf hat gezeigt, dass die Gäste noch etwas zu stark für uns sind“, sagte Sportbund-Mannschaftsführer Thomas Walter nach der Partie. Vor dem ersten Ball schöpfte er jedoch eine minimale Hoffnung, den „enttäuschend wenigen Zuschauern“, so Walter, doch eine Überraschung in der Sporthalle Nord präsentieren zu können. Grund: Kaiserslauterns japanischer Spitzenspieler Haruki Miyamoto – bislang mit einer 8:4-Einzelbilanz ausgestattet – fehlte in Stuttgart. Stuttgarts Nummer 2, Sven Happek, orakelte aber vor Spielbeginn: „Fünf der sechs Akteure sind Vollprofis. Die bestrafen jeden Fehler.“ Er sollte Recht behalten und bekam dies prompt im Spitzendoppel an der Seite von Nummer 1, Hao Mu, schmerzhaft zu spüren: Mit 8:11, 3:11 und 9:11 zogen die Stuttgarter gegen Nikola Marinkovic und Aleksa Gacev den Kürzeren. Auch die beiden anderen Paarungen – Marius Henninger/ Uros Bojic und Carlos Dettling/Gabriel Gaa – mussten ihren Gegnern gratulieren. Wobei Dettling/Gaa erst im Entscheidungssatz unterlagen. Da war sie also wieder, die Doppelschwäche des Sportbunds. „In meiner knapp 30-jährigen Zeit habe ich das bislang erst drei, vier Mal erlebt, dass in den Doppeln so wenig zusammenläuft. Solche Phasen gibt es aber eben manchmal“, so Walter.

Wie häufig in den vergangenen Wochen starteten die Stuttgarter also ohne Zähler aus den ersten drei Matches. Ein Makel, der dem Team bei den vergangenen Auftritten schnurz egal war. Man gab sich kämpfer­isch, blies zur Aufholjagd und glich entweder aus oder siegte gar noch. Nicht so gegen die Vollprofis, von denen einige ihren Tischtennisschliff an der Akademie in Grünwettersbach holen. Zwar gewann Hao Mu, der sich nach vier Wochen Erkältungszeit „wieder fit fühlte“, so die Sportbund-Nummer-1, gegen Nikola Marinkovic, aber die restlichen Sportbundler konnten nichts mehr ausrichten. Außer Nachwuchsspieler Uros Bojic. Die Nummer fünf, die sich laut Walter immer besser entwickelt, zeigte gegen Lasse Becker eine starke Partie und besiegte diesen in vier Sätzen. Ein besonderer Sieg für Bojic. Becker ist nicht nämlich nicht irgendjemand. Er ist die Nummer 8 der deutschen U-18-Rangliste.

So verlor der Sportbund letztlich klar mit 2:9. Übrigens, bereits in Kaiserslautern trennte man sich mit demselben Ergebnis – da war der Japaner Haruki Miyamoto aber mit von der Partie. Die Niederlage ist kein Beinbruch für die Mannschaft aus dem Stuttgarter Osten. Drei Spieltage vor dem Saisonende befindet sich das Sextett weiterhin auf dem dritten Rang und ist damit „völlig im Soll“, weiß Happek. Den Angriff auf die Aufstiegsplätze beziehungsweise die Rückkehr in die 3. Liga hat man für die Spielzeit 2017/18 sowieso nicht geplant. Noch nicht. Denn: „Sollten unsere vielen jungen Akteure weiterhin eine so tolle Entwicklung nehmen und sich dem Drittliga-Niveau annähern, dann wollen wir auf jeden Fall aufsteigen.“

Gut geplant, ist halb gewonnen – schon seit vielen Jahren werden beim Sportbund frühzeitig die Weichen gestellt. So sind die Planungen für die Saison 2018/19 bereits abgeschlossen. Die Mannschaft bliebe zusammen, nur Gabriel Gaa gehe für ein halbes Jahr ins Ausland. „Deshalb werden wir einen Spieler verpflichten, den Namen möchte ich noch nicht verraten“, sagt Walter.

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