Die Altarwand in der Grabkapelle ist wieder komplett Foto:  

Das Gemälde des Heiligen Alexander Newskij gehört zur Altarwand in der Grabkapelle. Nach der aufwendigen Restaurierung ist das 200 Jahre alte Bild nun an seinen alten Platz zurückgekehrt.

Rotenberg - Wieder komplett präsentiert sich die Altarwand in der Grabkapelle auf dem Württemberg: Das Gemälde des Heiligen Alexander Newskij, seit 200 Jahren ein Teil der Ausstattung, ist nach einer Restaurierung durch die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg wieder auf den Württemberg zurückgekehrt.

Eine Altarwand in Weiß und Gold schmückt die Grabkapelle auf dem Württemberg. Diese sogenannte Ikonostase ist eines der Elemente, an denen man erkennen kann, dass das Mausoleum der Königin Katharina (1788-1819) als russisch-orthodoxe Kirche eingerichtet wurde. Die Monarchin war eine Zarentochter und brachte bei der Heirat mit dem württembergischen Thronfolger ihren Glauben mit – und auch viele dafür notwendige Gegenstände wie Ikonen und andere Gemälde sowie kostbares Altargerät.

Als die Königin jung und unerwartet starb, verwendete man einiges davon für die Ausstattung ihres Mausoleums. Der von Hofbaumeister Giovanni Salucci entworfene Neubau auf dem Württemberg wurde als orthodoxe Kirche eingerichtet, einschließlich der typischen Ikonostase. Die Gemälde, die heute in der Grabkapelle zu sehen sind, stammen daher überwiegend aus der Zeit um 1800. Die Mitbringsel vom Zarenhof wurden von den Hofhandwerkern, die nach dem Tod von Königin Katharina von Württemberg an der Ausstattung des Mausoleums arbeiteten, in die Ikonostase eingefügt.

Beim Eintreten fällt der Blick unweigerlich auf die auffällig gestaltete Bilderwand an der Ostseite der Kapelle. Reich verziert werden hier Darstellungen der Schöpfungsgeschichte gezeigt. Sie ist wie der gesamte Raum weiß gehalten, vergoldete schmale Leisten rahmen die Bildfelder. Die vergoldeten Schnitzereien ober- und unterhalb der Gemälde zeigen als zentrales Motiv das griechische Kreuz und stellen die Verbindung zum Altarraum her. Die mittlere, doppelflügelige Königspforte ist mit Darstellungen der Verkündigung geschmückt. Darüber ist ein vergoldeter Strahlenkranz mit dem Auge Gottes auf dreieckigem Grund angebracht, der von zwei schwebenden Engeln flankiert wird. Jetzt wurde eines der Bilder restauriert. Das Gemälde zeigt den Heiligen Alexander Newskij. Er ist dargestellt in Rüstung und Hermelinmantel und er deutet auf eine kriegerische Szene im Bildhintergrund. Anders als man es bei Heiligen der westlichen Kirche gewöhnt ist, tritt er ohne Heiligenschein auf und wirkt ganz wie ein weltlicher Militär und Herrscher.

Das Gemälde hatte unter der hohen Luftfeuchtigkeit im historischen Kirchenraum gelitten und war vor der Restaurierung erkennbar in einem schlechten Zustand. Die Untersuchung zeigte: Viele kleine Partien der Malerei hatten sich durch die Alterung hochgestellt und teilweise sogar vom Grund gelöst. Daraus waren kleine und größere Fehlstellen entstanden. Das Bild wurde daher ausgebaut und in eine Werkstatt gebracht, wo eine Restauratorin die Lockerungen festigte und die Fehlstellen aufwendig kittete. Außerdem retuschierte sie diese Stellen sorgfältig und punktgenau mit Aquarellfarbe, sodass die Darstellung wieder besser erkennbar wurde. Den Abschluss der mehrere Monate dauernden Arbeiten bildeten ein dünner Naturharzüberzug und ein Klimaschutz für die Gemälderückseite. Das Bild konnte nun wieder an seinem Platz in der Altarwand eingefügt werden.

Alexander Newskij ist ein Heiliger der russischen Kirche und ein Nationalheld. Fürst Newskij war ein Herrscher und Feldherr des 13. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert wurde er heiliggesprochen; 1724 ließ der russische Kaiser Peter der Große seine Reliquien in das neu gegründete Dreifaltigkeitskloster von St. Petersburg überführen und gründete den Newskij-Orden. Alexander Newskij galt als der Schutzheilige der Stadt St. Petersburg. Königin Katharina, eine Ururenkelin von Zar Peter, wuchs zeitweise in St. Petersburg auf.

Die Grabkapelle ist von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Samstags um 16 Uhr findet eine Führung statt, sonntags um 16 Uhr wird eine Familienführung angeboten. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 20 Personen. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich unter info@grabkapelle-rotenberg.de oder Telefonnummer 33 71 49.

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