So soll die neue Brücke über die Bundesstraße 10 am Ortsende von Hedelfingen aussehen. Mit dem Abriss der alten Brücke wird im Sommer begonnen. Foto: plan b,

Temporäre Vollsperrung der Bundesstraße während des Abrisses. Alternative Anbindung über Hafen Süd wird geprüft.

Hedelfingen - Die Brücke über die Bundesstraße 10 unweit der Hedelfinger Schleuse ist marode. Die Stahlkonstruktion, die das Hafengebiet mit der Amstetter Straße/ Einödstraße verbindet, hat ihren Zenit längst überschritten. „Sie diente Anfang der Siebzigerjahre beim Bau des Stadtbahntunnels an der Heilbronner Straße als Behelfsbrücke“, berichtete Silvester Koci vom Tiefbauamt den Bezirksbeiräten. 1980 wurde das Stahlkonstrukt als provisorische Zufahrt zur damals geplanten Filderauffahrt über die Bundesstraße nahe der Deponie Einöd geschlagen. Seitdem haben Tausende Autos, Müllfahrzeuge und andere Lastwagen diese überquert, haben Regen und Kälte an der Brücke genagt. Die Verkehrssicherheit ist beeinträchtigt. Seit einiger Zeit ist sie deswegen nur noch einspurig befahrbar. „Die Korrosionsschäden und Mängel sind so weitreichend, dass eine Instandsetzung wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre“, sagt Koci. Im Sommer soll mit dem Abriss der alten und dem Bau einer neuen Brücke über die B 10 begonnen werden. Die Widerlager können erhalten bleiben, ein neuer Stahlüberbau werde dafür eingebaut. Der Gemeinderat hat dafür vier Millionen Euro in den Doppelhaushalt eingeplant. Die Brücke soll gleich lang und hoch sein, aber eine Gesamtfahrbahnbreite von sechs Meter erhalten, damit sich wieder zwei Fahrzeuge problemlos begegnen können. Auf einer Seite wird sie zudem noch einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg aufweisen.

Die rund zwölf Monate dauernden Bauarbeiten sind anspruchsvoll, die Auswirkungen auf den Verkehr und die Anwohner in Hedelfingen werden spürbar sein. Die Planer haben den Abriss und Neubau in sechs Bauphasen eingeteilt. Die Beeinträchtigungen für den Verkehr sollen so gering wie möglich gehalten werden. Der Verkehr auf der Bundesstraße 10 werde meistens mit jeweils zwei Fahrspuren aufrechterhalten. Diese würden jedoch entsprechend der Bauphasen verschwenkt. An wenigen Tagen sei eine zeitweise Sperrung der Bundesstraße 10 und die Umleitung des Verkehrs über das Hafengebiet unumgänglich. Gleich zu Beginn im Sommer – beim Abriss der bestehenden Konstruktion – dürfte es aber heikel werden. Die B 10 müsse stundenweise komplett gesperrt werden. Der Verkehr von Esslingen soll dann über die B-10 Ausfahrt Hafen Süd und weiter über die Hafenbahnstraße zur B 10-Einfahrt in Wangen/ Hafen Nord oder die Interimseinfahrt am Mittelkai geführt werden. Von Stuttgart kommend müssen Autofahrer bei Hedelfingen die B 10 verlassen und über die Otto-Hirsch-Brücken und das Hafengebiet zur B-10-Einfahrt Hafen Süd fahren. Die Sperrungen sollen überwiegend an den Wochenenden und in den Sommernächten erfolgen. Auch beim anschließenden Einbau der neuen Brückenkonstruktion muss die Bundesstraße kurzzeitig gesperrt werden.

Während der gesamten Bauzeit sind zudem die Deponie Einöd und der Wertstoffhof nur über den Umweg über die B-10-Ausfahrt Neckarcenter erreichbar. Um Autofahrer daran zu hindern, dass sie über die Amstetter Straße in Richtung Deponie Einöd oder Neckarcenter schleichen, würden Sicherungsposten aufgestellt, trat Koci Befürchtungen von zusätzlichem Schleichverkehr durch den Hedelfinger Ortskern entgegen.

Die Hedelfinger Bezirksbeiräte blieben aber skeptisch. Sowohl Mario Graunke (CDU) als auch Annette Baisch (Freie Wähler) befürchten, dass sich der ungeliebte Schleichverkehr zwischen Esslingen-Weil und Hedelfingen durch die Baustelle verstärken werde. Graunke warb zudem nochmals für eine Alternative: Statt des Brückenneubaus an dieser Stelle empfiehlt er einen Anschluss der etwa 400 Meter entfernt liegenden B-10-Ausfahrt Hafen Süd an die Einödstraße. Dieser würde direkt auf die Hafenbahnstraße und zur Deponie Einöd führen.

„Wir haben dies geprüft. Aber der Flächenbedarf für den Anschluss wäre erheblich, die Eingriffe in die Natur groß, auch weil wir einen beträchtlichen Höhenunterschied zwischen der B 10-Brücke und der Einödstraße überwinden müssen“, sagt Koci. Der Vorschlag soll, so der Wunsch des Gemeinderats, aber nochmals geprüft und dargelegt werden, bevor die Stadträte ihre Zustimmung erteilen.

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