Bewegung trägt zur Gesundheit von Kindern bei. Foto: picture alliance / dpa/Hendrik Schmidt

Projekt „Gesund aufwachsen“ in der Neckarvorstadt zieht eine positive Bilanz.

Bad Cannstatt - Die Gesundheit der Kinder im Stadtteil Neckarvorstadt soll besser werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben Gesundheitsamt und soziale Einrichtungen aus dem Stadtteil zusammen seit 2017 unterschiedliche Projekte ins Leben gerufen. Denn nachdem aus einem Bericht zur Kindergesundheit hervorging, dass der Stadtteil im stadtweiten Vergleich den letzten Platz belegt, Kinder hier also die größten Defizite in puncto Gesundheit aufwiesen, war klar, dass sich etwas ändern muss.

Aus diesem Grund sind unterschiedliche Stadtteilprojekte ins Leben gerufen worden, um über gesunde Ernährung zu informieren, Bewegungsangebote zu schaffen und die Teilhabe – insbesondere von Kindern aus sozial benachteiligten Familien – zu stärken. Die Bewohner des Stadtteils sollten für das Thema „Gesund aufwachsen“ sensibilisiert werden. In der Neckarvorstadt stand dabei die Bewegungsförderung an erster Stelle. In Zusammenarbeit mit der Kita Brückenstraße wurde zum Beispiel ein Tanzprojekt und gesundes Frühstück und Vesper angeboten. In Kooperation mit einem anderen Projektpartner, dem Kinder- und Familienzen­trum, wurde unter anderem ein Waldprojekt durchgeführt. Dabei konnten Kinder zwischen drei und vier Jahren den Stadtwald in Zuffenhausen erforschen. Das Fazit der beteiligten Pädagogen: „Dieses Projekt fördert die Gesundheit unserer Kinder in allen Bereichen, macht unsere Kinder nachhaltig stark und widerstandsfähig.“ Aber auch ein Familienkochkurs in Zusammenarbeit mit der Stiftung Jugendhilfe aktiv, dem KifU-Kindertreff und der AOK standen auf dem Programm.

Nach drei Jahren zeigen sich die Beteiligten nun mit den Ergebnissen zufrieden. Die Gesundheit der Kinder wurde bei der jährlichen Einschulungsuntersuchung beobachtet, und „hier kann eine Verbesserung hinsichtlich der Übergewichtsrate und des grobmotorischen Entwicklungsstandes festgestellt werden“. Vor allem beim Thema Übergewicht zeigen sich Verbesserungen: Der Anteil der Kinder mit Übergewicht ist von 20 Prozent auf 15 Prozent gesunken. Damit belegt der Stadtteil im städtischen Vergleich nicht mehr den letzten Platz, sondern steht jetzt am Beginn des letzten Fünftels.

Neben den beschriebenen Projekten wurden den Verantwortlichen zufolge in den vergangenen drei Jahren Strukturen im Stadtteil geschaffen, die das Thema „Gesund aufwachsen“ lebendig halten. Das pädagogische und medizinische System habe sich durch einen „runden Tisch“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindertagesstätten sowie Ärztinnen und Ärzten, vernetzt; Kinder sind mehr in Bewegung und das Kursangebot wurde erweitert. Um die Rahmenbedingungen für Kinder in der Neckarvorstadt weiter zu verbessern, sollen sich die geschaffenen Strukturen weiter verfestigen. Daher liegt das Thema „Gesund aufwachsen“ auch beim Arbeitskreis Neckarvorstadt, der in vielerlei Hinsicht im Stadtteil aktiv ist, etwa bei den Let’s-Putz-Aktionen. Laut Einschätzung des Gesundheitsamts wird das Thema im Stadtteil auch in den nächsten Jahren präsent sein.

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