Vier Designpreise heimst die Ringserie Foto: /Bernadett King

Einst Schülerin des Kepler-Gymnasiums ist Bernadett King heute eine erfolgreiche Schmuckdesignerin, die bereits mehrere Designpreise einheimsen konnte. Vielleicht auch deshalb, weil sie immer an ihren Erfolg glaubte.

Bad Cannstatt -

Wenn die Welt nur so einfach wäre, wie es der nachfolgende Satz einer „Karrierebibel“ suggeriert: „Leidenschaft unterscheidet jene, die Erfolg haben, von denen, die diese Eigenschaft nicht besitzen.“ An Passion mangelt es Bernadett King, geborene Kern, nie. Bereits als Kind findet die Schülerin des Johannes-Kepler-Gymnasiums Gefallen am Zeichnen und am Kunstunterricht. Unterschiedliche Formen, Muster, Materialien – all das regt die Fantasie der in Ungarn geborenen Schülerin an. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie das Schmuckhandwerk für sich entdeckt und erste Broschen aus Fimo anfertigt. Für Bernadett King ist dabei immer klar: Es müssen nicht teure Klunker sein, die an Ohren oder Hals baumeln und Finger verzieren. Es reicht auch ein elegantes, filigranes Schmuckstück, um ein Outfit zu etwas Besonderem zu machen.

Nach der Schule ist ihre erste Anlaufstelle die Goldschmiedeschule in Pforzheim, an der sie eine Ausbildung zur Schmuck- und Gerätedesignerin absolviert. Es ist das, was sie machen will. Und dennoch gibt es noch ein weiteres Material, das ihre Fantasie beflügelt und sie nicht loslässt: Glas. „Ich bin damals nach Venedig gefahren und dachte, ich finde dort einfach einen Glasmeister, der mich in die Geheimnisse des Handwerks einführt.“ Wie sich zeigt, ist dies eine naive Vorstellung. Mehrere Werkstätten klappert sie ab. Ohne Erfolg. Aufgeben will sie aber auch nicht. Und am Ende zahlt sich ihre Beharrlichkeit doch noch aus. Sie landet in einem Glasperlenkurs bei Davide Penso auf der Insel Murano und darf bei dessen Schmuckkollektion mithelfen.

Wieder zurück in Deutschland beginnt Bernadett King eine Ausbildung zur Glasbildnerin an der Glasfachschule in Zwiesel. In der bayrischen Stadt findet sie ihren neuen Lebensmittelpunkt. Die heute 40-Jährige macht sich vor 15 Jahren als Designerin selbstständig, entwirft unter dem Namen „bKing“ eigene Kollektionen, präsentiert diese auf Messen, arbeitet aber auch für namhafte Unternehmen. Ihre Schmuckstücke zeichnen sich neben einer schlichten Eleganz bisweilen durch verschiedene Farben aus. Dazu gehört beispielsweise ihre Ring-Serie „Colourfool“, für die sie mit vier Designpreisen geehrt wird. Das Besondere: Die filigranen, aus Silber gefertigten Stücke leuchten dank Pulverbeschichtung in unterschiedlichen Farben und lassen sich problemlos miteinander kombinieren. Wie sie ihre Arbeiten selbst beschreiben würde? Die Designerin denkt kurz nach. „Sehr klar, sehr schlicht, aber dennoch ein Blickfang“, antwortet sie.

Inspiration für ihre Arbeit findet Bernadett King in der Natur. Im Freien ist sie oft mit den beiden Kindern und dem Hund unterwegs. Aber auch kurz vor dem Einschlafen kommt ihr mitunter ein Einfall, der sofort auf Papier notiert wird. „Vieles entsteht allerdings, wenn ich in der Werkstatt zugange bin“, sagt sie. „Ein festes Ritual habe ich nicht.“

Auch wenn sie ihrer alten Heimat längst den Rücken gekehrt hat: Besuche in der Landeshauptstadt gehören zu ihrem Leben dazu, obgleich auch der Rest ihrer Familie nicht mehr hier wohnt. Die Designmesse „Blickfang“ in der Liederhalle ist fester Bestandteil ihres Terminkalenders – zumindest war dies vor der Corona-Pandemie so. Auch das Wiedersehen mit früheren Schulfreunden lässt sie sich nicht nehmen. Es war eine schöne Zeit, urteilt Bernadett King im Rückblick. „Im Kurpark sind wir oft abgehangen, haben Basketball gespielt oder sind gelaufen.“ Und wer weiß, vielleicht freut sich nach diesem Bericht auch der eine oder andere Kunstlehrer des Kepler-Gymnasiums über den erfolgreichen Werdegang seines einstigen „Zöglings“.

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