Die aus dem Jahr 1905 stammende Sängerhalle samt dem aus den 1990er-Jahren stammenden Anbau. Foto: Elke Hauptmann - Elke Hauptmann

Die Stadt Stuttgart will die nötige Sanierung der Sängerhalle Untertürkheim unterstützen. Die Chorgemeinschaft soll 1,9 Millionen Euro erhalten, erst muss noch der Gemeinderat zustimmen.

Untertürkheim Der Hilferuf der Chorgemeinschaft Untertürkheim ist im Stuttgarter Rathaus vernommen worden: Erster Bürgermeister Fabian Mayer hat dem Verwaltungsausschuss am vergangenen Mittwoch eine Mitteilungsvorlage zur Kenntnis vorgelegt. Demnach will die Stadtverwaltung dem Verein einen Zuschuss in Höhe von 1,9 Millionen Euro für die Sanierung der Sängerhalle gewähren. Der Gemeinderat wird in den Beratungen zum Doppelhaushalt 2020/2021 über die Mittelvergabe entscheiden. Erst Ende Dezember werden die Sängerinnen und Sänger wissen, ob sie das Großprojekt in Angriff nehmen können. Ohne Unterstützung geht es nicht: „Der Verein kann die Kosten der geplanten Baumaßnahmen nicht finanzieren“, räumt Mayer ein.

Die aus dem Liederkranz Untertürkheim hervorgegangene Chorgemeinschaft ist Eigentümerin des zum Großteil aus dem Jahr 1905 stammenden Gebäudes. Die Verantwortung für das alte Gemäuer bringt den rund 200 Mitglieder zählenden Verein finanziell an seine Grenzen. Bereits in den vergangenen Jahren hat er zahlreiche Umbau- und Reparaturarbeiten stemmen müssen. Und noch immer ist die Mängelliste lang. Deshalb ist nun eine grundlegende Sanierung der Sängerhalle geplant.

Im nächsten Jahr soll die über 30 Jahre alte Heizungsanlage durch neue Technik ersetzt werden. Kostenpunkt allein dafür: 333 000 Euro. 2021 dann ist die 858 000 Euro teure Erneuerung der Elektrik und des Bodenbelags in der Halle vorgesehen. 2022/2023 sind der Austausch der Lüftungs- und Klimaanlage, der Einbau einer Fotovoltaikanlage sowie die Erneuerung der Bühnentechnik und der restlichen Bodenbeläge geplant – für weitere 709 000 Euro. „Die Maßnahmen“, erklärt Mayer in der Vorlage, „sind notwendig, um einerseits den geänderten technischen Anforderungen zu genügen und andererseits die Halle so zu ertüchtigen, dass der Hallenbetrieb auch künftig gesichert ist.“ Die Sängerhalle Untertürkheim habe für den Stadtbezirk die Funktion einer Stadthalle, in der zahlreiche Aktivitäten und kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden, betont der Bürgermeister. Nach Angaben von Pächterin Josefine Vögl finden in dem für die Oberen Neckarvororte wichtigen Kulturzentrum an 200 bis 230 Tagen im Jahr Feiern, Konzerte und Versammlungen statt.

Bereits in den letzten Haushaltsplanberatungen vor zwei Jahren wurde der Chorgemeinschaft ein Zuschuss für die Sanierung der veralteten Küche in Höhe von 125 000 Euro bewilligt, was einem Drittel der kalkulierten Kosten entspricht. Bisher wurde der städtische Zuschuss jedoch nicht ausbezahlt, da der Verein die Notbremse gezogen hatte – aus seiner Sicht ist es mit dieser Maßnahme allein nicht getan. Für moderne Küchengeräte etwa sei die Ertüchtigung der Elektrik zwingend erforderlich, argumentieren die Vereinsverantwortlichen. Statt immer nur Löcher zu stopfen, müsse man grundlegend sanieren. Im Sommer wurde daher ein Gesamtkonzept erarbeitet und auf dessen Basis nun bei der Stadt ein Zuschussantrag gestellt.

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