Cannstatts Pascal Geidies (links) im Duell mit Türkspor-Akteur Foto: Holger Strehlow - Holger Strehlow

Die Bezirksliga-Fußballer der Spvgg Cannstatt besiegen den Favoriten Türkspor Stuttgart mit 8:1 – Lupenreiner Hattrick von Pascal Geidies.

Bad Cannstatt Wenn der Tabellenneunte auf den Tabellendritten trifft, dann sind die Verhältnisse vor der Partie klar verteilt. In diesem Fall ging Türkspor als Favorit in die Partie. In der Tat waren die Verhältnisse dann auch schnell geklärt – aber nicht wie erwartet. Die neu installierte, elektronische Anzeigetafel am Rasen an der Hofener Straße musste während der 90 Minuten Schwerstarbeit vollrichten, zeigte bereits nach 31 Minuten ein 3:0, aber nicht für die Gäste, sondern für die heimischen Cannstatter. Deren Taktik ging nämlich von der ersten Minute an auf. Wie erwartet versuchten die Gäste zu dominieren und spielerisch zu Chancen zu kommen, während die Cannstatter auf Konter aus waren und damit bestens fuhren. „Wir wussten, dass Türkspor in der Rückwärtsbewegung anfällig ist. Das haben meine Spieler hervorragend ausgenutzt“, weiß Spvgg-Coach Mirko Sapina. Darüber hinaus war Sapinas Team in der ersten Hälfte deutlich aggressiver in den Zweikämpfen, was das Türkspor-Spielertrainerduo Kerem Arslan/Damir Bosnjak bei ihrer Mannschaft vermisste. „Jedem hätte eigentlich schnell klar sein müssen, dass man auf dem tiefen Platz spielerisch nicht bestehen kann und kämpfen muss. Das haben wir überhaupt nicht gemacht“, sagte Damir Bosnjak, der ebenso wie sein Bruder Daniel aufgrund einer Erkältung am Sonntag nur zuschauen konnte.

Zudem unterstützten die Gäste die Heimelf beim Toreschießen auch noch oder schauten in der Defensive einfach nur zu. So traf Pascal Geidies (14.) nach einem Spaziergang durchs Mittelfeld aus 22 Metern ins Netz – sein Schuss war nicht unhaltbar. Zwei Minuten später verlor ein Türkspor-Akteur in der Cannstatter Hälfte den Ball. Blitzschnell wurde der von der Mittellinie aus startende Rui Carvalho Pinheiro geschickt und dessen Querpass beförderte erneut Geidies zum 2:0 in die Maschen. Seinen lupenreinen Hattrick machte der Cannstatter Mittelfeldspieler in Minute 31 perfekt, nachdem ein Türkspor-Spieler im Zweikampf zwar dabei war, aber nicht eingriff und Geidies ungehindert schießen konnte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nur noch zu zehnt. Nach einem verlorenen Zweikampf in der 23. Minute beging Egzon Sufaj ein Foul, nahm daraufhin den Ball in die Hand, schlug ihn aus „Frust weg“, wie er sagte, und traf dabei den am Boden liegenden Carvalho Pinheiro. Auch wenn Sufaj den Cannstatter unabsichtlich traf, wie er später wohl auch glaubhaft dem Unparteiischen versicherte, blieb diesem keine andere Wahl, als den Roten Karton zu ziehen. „Das machte die Situation natürlich noch schwerer für uns“, wusste Kerem Arslan. Sowieso, nachdem Carvalho Pinheiro dankend einen Rückpass von Türkspor aufnahm und zum 4:0 vollendete. In der Halbzeit ging es in der Türkspor-Kabine „sehr laut zu“, sagte Bosnjak. Dieser stellte die Charakterfrage und forderte von seinen Akteuren eine Reaktion. 20 Minuten lang habe es die auch gegeben, doch dann „verfielen wir wieder in den für diesen Tag typischen Trott.“ Nachdem Erdal Koyuncu die Latte traf (57.) und Hasan Isbert auf 1:4 verkürzte, schien für die Gäste noch was möglich. Doch sieben Minuten später markierte Carvalho Pinheiro das 5:1 – bei Türkspor brachen nun alle Dämme. Carsten Bauer (70.), Marco Schulz (80.) und Lirim Ala zauberten letztlich den 8:1-Endstand auf die neue Anzeigetafel der Spvgg.

Türkspor Stuttgart hat genügend Zeit, um die Klatsche zu verarbeiten – am kommenden Wochenende ist man spielfrei. Die Spvgg Cannstatt tritt am Sonntag bei Ermis Metanastis an.

Spvgg Cannstatt: Pellegrino; Almalla (75. Ala), Lurz, Ziegler, Sahin, Grigoras, Geidies, Bauer, Karaboga (59. Kaufmann), Schulz, Carvalho Pinheiro.

Türkspor Stuttgart: Sener; Yilmaz (75. Kerem Arslan), Yesilirmak (46. Yesildaglar), Coskun, Sufaj, Köse, Osmanovic (46. Eroglu), Vrabac (68. Yaczici), Koyuncu, Isbert, Alper Arslan.

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