Roland Schmid (links) vom TV Cannstatt und Ulrich Strobel von der SportKultur Stuttgart bei der Unterzeichnung des Vertrags. Foto: /Torsten Streib

Die SportKultur Stuttgart und der TV Cannstatt haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mitglieder können gegenseitiges Angebot nutzen.

Bad Cannstatt - Zwischen den Geschäftsstellen der SportKultur Stuttgart in der Wangener Kesselstraße und der des TV Cannstatt auf dem Schnarrenberg liegen knapp zehn Kilometer. Spätestens seit Dienstag sind sich die beiden Vereine aber deutlich näher gekommen – TVC-Vorstand Roland Schmid und sein SportKultur-Pendant Ulrich Strobel haben einen Kooperationsvertrag über eine künftige Zusammenarbeit unterschrieben.

Dessen Inhalt: Die jeweiligen Mitglieder können ein Angebot des neuen Partners nutzen, das der eigene Verein nicht vorweisen kann. Sie müssen nur den üblichen Abteilungs-, aber nicht den Jahresbeitrag berappen, um „auswärts“ Sport treiben zu können. „Die Mitglieder des anderen Vereins werden als gleich behandelt“, unterstreicht Roland Schmid. „Wir bringen unsere Stärken und Schwächen in Einklang, sodass sich das Angebot für unsere Mitglieder verbessert“, weiß Strobel, der der Auffassung ist, dass sich Vereine heutzutage nicht mehr als Konkurrenten, sondern als Dienstleister sehen sollten, die gemeinsam überlegen müssten, wie man sich verbessern könne. „Mit dieser Kooperation machen wir das.“

Bei einer Klausurtagung des Schwäbischen Turnerbundes Ende 2018 zum Thema Sportverein 2030 bildeten Vertreter beider Vereine eine gemeinsame Projektgruppe – daraus sei der Gedanke zur Zusammenarbeit entstanden. Die ersten gemeinsamen Schritte gingen die Judokas. „Sie bilden seit geraumer Zeit schon eine gemeinsame Trainingsgruppe, trainieren mal beim TVC, mal bei der SportKultur“, sagt TVC-Geschäftsführer Benjamin Löwinger. Bei den Judokas sei eine Trainingsakademie mit dem Ziel eines fest angestellten Trainers geplant, fügt Strobel hinzu.

Die Zusammenarbeit soll weitere Projekte auf den Weg bringen, zum Beispiel den Ausbau des Online-Trainings. „Da haben wir noch Nachholbedarf und könnten ein gemeinsames Programm erstellen“, schmieden Strobel und Schmid bereits Pläne. Nicht nur aufgrund geschlossener Hallen zu Coronazeiten, sondern auch für „die Zeit danach kann das interessant sein“, weiß Schmid. Apropos Corona: Die beiden Vereine seien bislang recht gut durch die Pandemie gekommen, haben natürlich mit Austritten zu kämpfen. So zählt der TVC trotz „450 Kündigungen“, so Löwinger, noch 3400 Sporttreibende, während die SportKultur „300 Austritte bei nun noch knapp 2800 Mitgliedern“, so Geschäftsführerin Linn Claudi, zu beklagen hat. Wobei die beiden Geschäftsführer aber zu bedenken geben: Die Austrittszahlen seien auf dem Niveau der Vorjahre, die Zahl der Eintritte sei natürlich deutlich geringer.

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