Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Der Juli in Stuttgart war viel zu trocken und etwas zu warm.

Untertürkheim - In Corona-Zeiten ist der Urlaub im eigenen Garten für viele Deutsche zu einer echten Alternative geworden. Statt zu verreisen, verbringt man die Zeit lieber auf „Balkonien“, in den heimischen Wäldern oder macht einen Ausflug in die Umgebung.

Genau für solche Unternehmungen hat der vergangene Monat eigentlich die idealen Bedingungen geboten. „Der Juli war mit zwei Grad über dem langjährigen Mittel zwar etwas zu warm“, sagt Marco Puckert, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Stuttgart. Aber, und das machte ihn so angenehm, es habe eben keine extremen Ausreißer nach oben gegeben. An der Messstation am Cannstatter Schnarrenberg seien 25 Sommertage registriert worden. Also Tage, an denen das Thermometer über die 25-Grad-Marke klettert. Aber eben nur fünf sogenannte „heiße Tage“, an denen mehr als 30 Grad erreicht wurden. „Nur zum Ende des Monats hin wurde es hochsommerlich. Davor war es eigentlich immer angenehm.“ Am vergangenen Freitag wurden um 16.50 Uhr beispielsweise auf dem Schnarrenberg immerhin 34,7 Grad gemessen. Perfektes Freibadwetter. Der heißeste Tag bislang in diesem Jahr. Von einem neuen Rekord ist man jedoch noch weit entfernt: 2015 wurden am 5. Juli 2015 37,9 Grad gemessen, am 7. August des gleichen Jahres sogar 38,8 Grad.

34,7 Grad zum Monatsende

Auch wenn es nachts bis auf 10,1 Grad abkühlte, hat man indes vom Tief, das mit teils heftigen Niederschlägen über Nordeuropa hinweggezogen ist, in Süddeutschland nichts mitbekommen. Im Gegenteil: Einen Regenschutz musste man auf die Wander- oder Fahrradtour nur in den seltensten Fällen einpacken. Denn mit nur 38 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war es viel zu trocken. Der Wert entspricht gerade einmal 60 Prozent des monatlichen Durchschnitts, der in der Referenzperiode von 1961 bis 1990 ermittelt wurde.

Rund 300 Sonnenstunden

Dafür empfahl sich im Juli der Griff zur Sonnencreme. Für großen Andrang an Eisdielen sorgte nicht nur die Corona-Verordnung, sondern auch die Zahl der Sonnenstunden – rund 300 wurden registriert. Nach einem sehr heißen 1. August hat der Sommer seit Sonntag eine kurze Pause eingelegt. „Über Stuttgart fand ein Luftmassenwechsel statt. Kühle Atlantikluft wird auch am Montag und Dienstag für Temperaturen um die 20 Grad sorgen“. Es sei der richtige Zeitpunkt, um die überhitze Wohnung durchzulüften. Mit Niederschlag sei ebenfalls zu rechnen – sehr zur Freude der Natur. Wie berichtet, war es in den vergangenen Tagen so heiß und trocken, dass das Garten-, Friedhofs- und Forstamt alle öffentlichen Grillstellen gesperrt hat, um Waldbrände zu verhindern. Diese Gefahr besteht vorerst wohl nicht mehr. Am Mittwoch zieht das Wetter jedoch bereits mit viel Sonne wieder an. „Am Donnerstag stehen dann die nächsten Hundstage vor der Tür“, so Puckert. Dann ist auch wieder mit erhöhten Ozon-Werten zu rechnen. Bereits am vergangenen Freitag hat die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) daraufhingewiesen, dass an einigen Standorten der sogenannte Informationsschwellenwert von über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten worden ist. Dies ist bei einer gemessenen Ozonkonzentration von über 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft innerhalb einer Stunde der Fall. An der Cannstatter Gnesener wurden immerhin noch 148 µg/m3 gemessen.

Erhöhte Ozonwerte

Ozonempfindliche Personen und Kinder sollten an solchen Tagen körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden verlegen. Am Spätnachmittag und Abend sind die Ozonkonzentrationen besonders hoch. An welchen Standorten der Grenzwert überschritten wird, ist generell nicht vorherzusagen, da dies von verschiedenen Wetterfaktoren abhängt. Bereits ein leichter örtlicher Wind oder ein dünner Wolkenschleier kann dafür sorgen, dass die Ozonwerte nicht wie erwartet in die Höhe schnellen.

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