In Esslingen gibt es noch einige inhabergeführte Läden. Foto: Roberto Bulgrin

Nichts anzuziehen? Oder auf der Suche nach einem kreativen Geschenk? Rund um Stuttgart finden sich einige Kleinstädte, die sich für einen Einkaufsbummel anbieten. Eine Übersicht.

Manchmal steht man ja vor seinem Kleiderschrank und weiß einfach nicht, was man anziehen soll. Oder man ist zu einem Geburtstag eingeladen und würde so gerne etwas Besonderes verschenken. Glücklicherweise finden sich in der Region mehrere Städtchen, in denen man ganz entspannt shoppen gehen kann, Geschenke besorgen oder auch nur das Treiben beobachten.

Wir haben eine Übersicht erstellt an kleineren Städten rund um Stuttgart, die sich für einen Einkaufsbummel eignen – aus jeweils unterschiedlichen Gründen. Eine Übersicht.

1. Bietigheim-Bissingen: Zwei beliebte Outlets

Bietigheim-Bissingen im Kreis Ludwigsburg bietet sich deshalb für Shoppingfreunde an, weil es dort eine schöne, historische Innenstadt mit hübsch restaurierten Fachwerkhäusern, Cafés, Kunst im öffentlichen Raum und schattigen Ausruhplätzen an Enz und Metter gibt. Ein Großteil der Altstadt ist Fußgängerzone. Die meisten öffentlichen Parkplätze sind kostenlos, mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man aber auch gut hin: Vom Stuttgarter Hauptbahnhof dauert eine Fahrt mit dem Regionalzug 16 Minuten.

Zum anderen locken zwei Outlets. Der Schuhhersteller Sioux verkauft Schuhe im Outlet, das an der B 27 Richtung Besigheim liegt. Auch Extra- und Übergrößen sind dort erhältlich, außerdem wird mit niedrigeren Outletpreisen geworben. Übrigens: Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird regelmäßig mit Sioux-Schuhen gesichtet. Direkt an Bietigheim-Bissingen angrenzend, in Ingersheim, ist das Tracta-Outlet. Dort sind unter anderem Klamotten von Olymp im Angebot, außerdem von Maerz, Schaufenberger, Jockey und Isa.

2. Ludwigsburg: Eine hübsche Gasse mit kleinen Läden

Zugegeben: Ein Geheimtipp ist Ludwigsburg nun wirklich nicht. Aber die Residenzstadt soll dennoch an dieser Stelle erwähnt werden. Denn Ludwigsburg hat nicht nur den wunderschönen Marktplatz, sondern auch viele gute Geschäfte und gleich zwei Einkaufszentren: die Wilhelmgalerie und das Marstall-Center. Außerdem hat sich die Eberhardstraße in den vergangenen Jahren zu einer hübschen Gasse mit vielen kleinen Lokalen und Lädchen gemausert. Nach dem Einkauf kann man in Ludwigsburg gleich drei Schlösser besichtigen, das Blühende Barock bewundern – oder eine Runde Riesenrad fahren. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus ist man mit der S-Bahn in 15 Minuten in Ludwigsburg, mit dem Regionalzug dauert es sogar nur neun Minuten.

3. Kirchheim/Teck: Auch kulinarisch einen Besuch wert

Die 40 000-Einwohner-Stadt Kirchheim im Kreis Esslingen hat eine schöne Fußgängerzone mit vielen alten Fachwerkhäusern und schnuckeligen Läden. Geshoppt wird vor allem in der Marktstraße und in ihren Nebenstraßen. Hübsch sind aber auch die Flachsstraße – eine enge Gasse – und die Wellingstraße. Besonders ist die Schneiderei von Dagmar Wiebusch, die altes Leinen zu neuer Kleidung verarbeitet. Kulinarisch lohnt sich das Buchcafé Aroma, die Teeschwestern sowie das Café Beggs, in welchem auch Spezialitäten wie die kreativen Getränke von Jörg Geiger verkauft werden. Kirchheim ist an die S 1 angebunden.

4. Esslingen: Inhabergeführte Läden und besondere Cafés

Die Esslinger Fußgängerzonen in der Küferstraße und auf der Inneren Brücke punkten mit inhabergeführten kleinen Läden, teils mit neuen kleinen und kreativen Läden wie Fünfeck am Blarerplatz und Pimpinelle und Poppinski in der Küferstraße. Ebenfalls lohnt sich ein Gang durch die Pliensaustraße und über die Innere Brücke mit ihren kleinen Brückenhäusern sowie ein Blick auf die große Grünanlage Maille und die beiden Kanalärme Rossneckar und Wehrneckar.

Besondere Hüte gibt es bei der Hutmacherin Birgit Sophie Metzger in der Webergasse 7. In der Küferstraße finden sich außerdem nette Cafés, wie das integrative Café Sonne, die Balkan-Bäckerei sowie die schwäbische Bäckerei Schultheiss. Sehr empfehlenswert sind auch die kurz vor Corona entstandenen Cafés im Unteren Metzgerbach namens Fräulein Margot (eine der beiden Schwestern ist Konditorin) und Findelkind.

5. Sindelfingen: Breuningerland und Fachwerkhäuser

Sindelfingen im Kreis Böblingen kennen viele Menschen vor allem wegen Daimler und vielleicht noch deshalb, weil sich dort eine Ikea-Filiale befindet. Aber Sindelfingen hat auch noch das Breuningerland mit vielen hochwertigen Läden und etlichen Imbiss- und Essensmöglichkeiten. Leider ist die öffentliche Anbindung zum Breuningerland nicht ganz so gut, zwar gibt es eine Bushaltestelle, aber die Linie 706 zum Böblinger Bahnhof fährt nur im 30-Minuten-Takt. Besser erreichbar ist die Sindelfinger Altstadt mit vielen tollen Fachwerkhäusern und einigen Läden. Die S 60 hält am Sindelfinger Bahnhof, von dort ist es nicht weit zu laufen.

6. Tübingen: Kleine Lädchen, Markt und Neckartouren

Wenn man unter der Woche mal einen Tag frei hat, lohnt sich ein Ausflug nach Tübingen zum Einkaufen. Dann ist nicht ganz so viel los wie am Wochenende, außerdem ist montags, mittwochs und freitags von 7 bis 13 Uhr Wochenmarkt auf dem Marktplatz und dem Holzmarkt, samstags von 8 bis 13 Uhr auf dem Jakobusplatz. Dort verkaufen rund 50 Beschicker frische Produkte und lokale Spezialitäten. Außerdem gibt es in den Gässchen der Universitätsstadt mehrere schöne und teils auch ulkige Läden, wie ein Hutgeschäft, eine Bäckerei mit Waren vom Vortag oder eine Werkstatt, in der man selbst Keramik bemalt.

Nach dem Einkaufen kann man eine Runde Stocherkahn, Ruder- oder Tretboot auf dem Neckar fahren, alternativ auch mit dem Stand-up-Paddle-Board. Nach Tübingen fährt von Stuttgart aus ein Regionalzug, das dauert eine knappe Stunde. Alternativ kann man von Herrenberg (S 1) aus die Ammertalbahn nehmen. Parken in Tübingen kann recht teuer werden.

7. Metzingen: Teure Marken stark reduziert

Gucci, Valentino, Fendi, Burberry, Armani: Die Outlet-City Metzingen steht vor allem für namhafte und eher teure Marken. Aber in Metzingen findet man zum Beispiel auch Outlets von Adidas, Esprit, Only, Jack & Jones oder der Gummibärchenmarke Haribo. Seit Kurzem ist auch die Yoga-Marke Lululemon vor Ort.

Wer nicht mit dem eigenen Auto nach Metzingen (Kreis Reutlingen) kommt, kann donnerstags, freitags und samstags von Stuttgart aus in einen Shuttlebus nach Metzingen einsteigen und damit auch wieder zurückfahren. Die Busse halten in der Stuttgarter Innenstadt sowie in S-Vaihingen, S-Möhringen, Echterdingen sowie am Stuttgarter Flughafen. Bei einem Ticketkauf vorab kostet die Hin- und Rückfahrt zehn Euro.

8. Schorndorf: Fachwerk und mehr

Wer Fachwerkkulissen liebt, sollte sich nach Schorndorf begeben – am besten dienstags oder samstags, denn da herrscht vor dem Rathaus immer reges Markttreiben. Donnerstagsabends ist jetzt, in den Sommerferien, „Summer in the City“ angesagt: Zwischen 18 und 22 Uhr ist Live-Musik geboten, für das leibliche Wohl sorgen die ortsansässigen Lokale. Aber auch an anderen Tagen lohnt ein Bummel durch die Altstadt. Eine absolute Besonderheit für eine Stadt dieser Größenordnung dürfte das Kaufhaus sein. Im Bantel gibt es alles, was man so braucht – vom einzelnen Bleistift bis zur eleganten Abendgarderobe. Und wer einen Second-Hand-Laden mit Kultstatus sucht, wird in der Robert-Bosch-Straße 1 fündig. Der „Wühli“ hat nicht nur ein riesiges Angebot, sondern längst über die Stadtgrenzen hinaus Kultstatus.