Festwirtin Sonja Merz Foto: Thomas Niedermüller (z) - Thomas Niedermüller (z)

Seit zehn Jahren gibt es auf dem Cannstatter Volksfest das Sonja Merz Zelt. Dieb Gastronomin, die auch den Biergarten im Schlossgarten betreibt, ist bereits seit 1983 auf dem Wasen aktiv.

Bad CannstattIn diesem Jahr feiert das Sonja Merz Zelt zehnjähriges Bestehen auf dem Volksfest. Die Festwirtin ist allerdings schon viel länger auf dem Cannstatter Wasen aktiv. Und sie hat wieder einige Neuerungen in ihrem Betrieb, etwa eine neue Empore. „Ich bin immer für Überraschungen gut.“

Sie feiern zehn Jahre Sonja Merz Zelt, sind aber schon viel länger auf dem Volksfest.
Dieses Zelt habe ich jetzt seit zehn Jahren. Auf dem Wasen bin ich aber schon seit 1983. Wir fingen mit einem überdachten Biergarten an, dann hatten mein damaliger Mann und ich gemeinsam verschiedene Zelte betrieben und jetzt ist es das Sonja Merz Zelt. Das sind jetzt 36 Jahre und das ist schon eine lange Zeit.

Welche Erinnerung haben Sie an ihr erstes Volksfest?
Ich kann mich noch gut an 1999 erinnern, als wir zum ersten Mal das Apfelbaum-Zelt eröffnet haben. Das war schon eine Herausforderung. Die Jugend hat das unheimlich gut angenommen. Die Schlange war unendlich. Alle wollten dieses Apfelbaum-Zelt von innen sehen und diese Atmosphäre mit aufnehmen. Das war für mich eine schöne Erinnerung.

Waren Sie schon als Kind auf dem Wasen?
Ja klar. Natürlich nicht im Zelt, aber auf dem Platz. Wie jedes Kind habe ich mich darauf gefreut. Die bunten Lichter und alles, was dazu gehört, ist schon immer etwas ganz Besonderes.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Veranstaltung?
Ich sehe das sehr positiv. Zum einen hat sich die Qualität verbessert, auch natürlich durch die Trachten. Es ist doch schön, wenn jungen Menschen sich entsprechend kleiden. Wenn die jungen Männer Lederhosen anhaben, sind sie schon kleine Kavaliere. Auch die Aggressivität ist deutlich weniger geworden. Das hat ja auch die Polizei jetzt bestätigt. Das Fest hat sich sehr positiv entwickelt.

War es schon immer Ihr Wunsch, Festwirtin zu werden?
Meine Eltern haben schon im Bodensee-Kreis Festzelte betrieben. Ich wollte das nicht unbedingt. Aber dann hat es sich so ergeben und ich kann mir nichts anderes vorstellen.

Wie würden Sie Ihr Zelt beschreiben?
Das ist das Zelt mit Herz, das reimt sich ja auch mit Sonja Merz. Und alles, was sich reimt, ist ja auch etwas Gutes. Das wusste schon Pumuckl. Es ist wirklich ein Zelt mit Herz. Wir legen da ganz großen Wert drauf. Wir haben eine Sterneküche hier im Zelt, sind herzlich aufgestellt, nicht nur beim Personal. Wir geben das ja auch weiter an die Gäste. Die Atmosphäre ist sehr schön. Durch die Farben Rot mit dem Beige ist es eine schöne, harmonische Zusammensetzung. Man fühlt sich ja auch wohl, wenn man ins Zelt kommt.

Sie haben immer wieder etwas versucht. Hatten schon Heino im Zelt, Blasmusik, eine Black Wasen Night mit Modenschau, jetzt zum zweiten Mal den Electronic Wasen. Haben Sie Ihren Weg gefunden oder kann man immer wieder Neues erwarten?
Ich bin immer für Überraschungen gut. Sonst wäre es ja langweilig. Heino war eine gute Zeit. Da war die Schlagerwelle, jetzt ist es die Electronic-Musik. Die ist etwas Besonderes, muss ich sagen. Wir haben zum zweiten Mal den Electronic Wasen und die Resonanz ist gigantisch. Es freut uns sehr, dass dieses Konzept aufgeht.

Da sieht man dann keine Tracht im Zelt. Wird die Veranstaltung dauerhaft stattfinden?
Man muss jetzt mal die zweite Veranstaltung abwarten. Wir haben diesmal etwas Besonderes. Die DJs AKA AKA kommen zum ersten Mal mit einer Live-Band. Das ist eine Weltpremiere. Sie haben auch Bläser und Trompeten dabei. Das wird schon etwas Besonderes.

Wer hatte die Idee mit dem großen roten Herz?
Das hat sich so ergeben. Wir saßen zu sechst oder siebt zusammen und haben überlegt, wie können wir das Herz präsentieren? Als Selfie-Motiv ist das ja eine kleine Sensation. Ein Herz ist ja immer auch was Schönes.

Wie lange wollen Sie noch Festwirtin sein?
Ich habe mir da keine Ziele oder einen bestimmten Zeitpunkt gesetzt. Solange ich gesundheitlich fit bin und ich mich gut fühle. Es macht mir ja auch Spaß. Meine Tochter hat jetzt auch verlauten lassen, dass Sie Interesse hat. Sie schließt noch ihr Studium ab, dann ist sie mit 25, 26 Jahren, glaube ich, auch bereit dafür. Sie ist ja jetzt erst 21. Ich finde es toll, hätte ich gar nicht erwartet und damit gerechnet. Eine schöne Entscheidung.

Ihre Tochter hat doch im vergangenen Jahr einen Blog zum Volksfest gehabt?
Ja. Sie macht mit ihrer Freundin das „Wasengeflüster“. Sie haben schon fast 5000 Abonnenten. Sie machen das richtig toll. Es macht den beiden auch viel Spaß. Sie sind ja auch Botschafter vom Volksfest, dem ganzen Festplatz, allen Zelten. Sie machen auch viel mit den Schaustellern, machen Interviews, waren auch beim Frühlingsfest aktiv. Das ist eine ganz spannende Aufgabe.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Festwirten?
Natürlich sind wir ein bisschen Konkurrenten, aber auch Kollegen. Jedes Zelt hat sein eigenes Konzept. Es ist eine faire, schöne Sache. Wir treffen uns zu den Wirtesitzungen. Da wird kritisch über viele Sachen diskutiert. Muss ja auch sein. Aber wir fühlen uns alle gut dabei. Wir mögen uns auch, sind uns sympathisch. Das ist wichtig. Es gibt da keinen Neid. Das Fest liegt uns allen sehr am Herzen. Das Geschäft ist ja auch hart geworden. Da braucht man keine anderen Baustellen. Da braucht man jede Kraft und keine unnötigen Streitgespräche. Das liegt uns fern. Wir sind eine schöne Einheit.

Die Fragen stellte Edgar Rehberger

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