Die Anlegestelle des Bootsverleihers kann so bleiben wie sie ist. Foto: Iris Frey

Der Max-Eyth-See ist weiter im Gespräch. Zuletzt waren es die Maßnahmen der Stadt auf der Halbinsel, dem Vogelschutzgebiet mit Sperrungen und Zäunen.

Hofen - Der Max-Eyth-See hat vor allem in diesem Sommer wieder für Diskussionsstoff gesorgt. Dieses Mal ist es nicht das Fischsterben, sondern sind es die Maßnahmen der Stadt Stuttgart, um das Vogel- und Naturschutzgebiet auf der Halbinsel. In der Kritik dabei stand die Informationspolitik der Stadt insbesondere des Umweltamts. So erfuhren die Bezirksbeiräte in Mühlhausen erst von Maßnahmen wie Sperrungen und baulichen Einschränkungen am Strand und im Biergarten, nachdem die Stadt damit schon begonnen hatte.

Die Stadt hatte noch vor der Sommerpause auf der Halbinsel des Max-Eyth-Sees erste Maßnahmen getroffen, um dort Maßgaben des Natura-2000-Gebiets und eines Managementplans umzusetzen. Zunächst wurden Bauzäune errichtet und ein Schließdienst beauftragt, der die Vogelinsel samt Biergarten- und Bootsverleih-Gebiet nachts absperrte. Daraufhin hatte die CDU-Bezirksbeiratsfraktion einen Antrag eingereicht, dass keine Maßnahmen erfolgen, bevor nicht der Runde Tisch mit allen Beteiligten getagt hat. Der Antrag wurde am 28. Juli im Bezirksbeirat Mühlhausen einstimmig befürwortet und verabschiedet. Der Auftrag war an einen Jahresunternehmer des Garten-, Friedhofs- und Forstamts vergeben worden sowie ohne Ausschreibung an einen Schließdienst vergeben worden, hieß es auf Nachfrage bei der Stadt, welche Kosten derzeit anfallen. Die Auftragssummen im einzelnen hätten eine Vergabe ohne Ausschreibung ermöglicht.

Die kurzfristig umzusetzenden Maßnahmen konnten somit schnellstmöglich veranlasst werden. So sind den Angaben der Stadt zufolge für den Schließdienst, den Bauzaun und die Bautore dieses Jahr rund 70000 Euro ausgegeben worden. Die Kosten seien durch das Budget zur Umsetzung der Maßnahmen gemäß Managementplan des Regierungspräsidiums im Zusammenhang mit dem Natura-2000- Projekt gedeckt. Noch vor der Sommerpause hatte es im Bezirksbeirat heftige Diskussionen über die Pläne des Umweltamts gegeben.

Warum der Bezirksbeirat nicht hätte gefragt werden müssen für die Maßnahmen, wie es Renate Kübler vom Amt für Umweltschutz in der Sitzung sagte, erklärte Stadtsprecher Martin Thronberens so: „Bei Entscheidungen der unteren Naturschutzbehörde als untere Verwaltungsbehörde – mit Wahrnehmung staatlicher Pflichtaufgaben – hat der Bezirksbeirat kein Mitspracherecht und auch keine Entscheidungskompetenz.“

In Teilen sind Zäune bereits gebaut. Wie es nun weitergeht: So sollen bestehende Zäune noch optimiert werden. Es sollen auf einer Länge von 450 Metern so genannte Stabgitterzäune errichtet werden. Letztere sollen bis Ende Februar 2021 aufgestellt werden, so Thronberens. Der Bezirksbeirat werde darüber vorab informiert. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt werde alle geplanten Maßnahmen mit den jeweiligen Kostenschätzung im Bezirksbeirat vorstellen, versprach die Stadt nun.

Was den Runden Tisch mit den Beteiligten betreffe, den der Bezirksbeirat eingefordert hatte, so erklärt die Verwaltung, dass, wenn sich das Gremium zusammenfinde, dort auch berichtet werde. Im Bezirksbeirat Mühlhausen nun wurde kürzlich angekündigt, dass der nächste Runde Tisch voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr stattfinden soll.

Umgesetzt würden Maßnahmen, die am 24. Juli im Städtebauausschuss und am 28. Juli im Bezirksbeirat Mühlhausen vorgestellt worden seien. Diese seien die Erneuerung der Zaun- und Toranlage mit Zugangsbeschränkung zur Halbinsel, der Bau einer Blend- und Sichtschutzwand und der Rückbau von Wegen im Bereich des Vogelschutzgebiets. Kürzlich hat das Garten-, Friedhofs- und Forstamt nochmals über all diese Maßnahmen im Bezirksbeirat berichtet, insbesondere die Zaunbau-Maßnahmen.

Der Vertreter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, Karl-Heinz Lehrer, habe dabei zudem erklärt, dass es eine Einigung mit dem Bootsverleih gegeben habe. Die vier Bootsanlegestellen müssten nicht verlegt werden, weil bei ihnen nicht unmittelbar ein Einstieg sei. Wie Horst Bauer bestätigt, dürfen seine Boote dort liegen bleiben. Die Besucher steigen nur am Steg ein. Das habe das Amt für Umweltschutz so genehmigt. Den Vorschlag hatte Karl-Heinz Lehrer vom Gartenamt dem Umweltamt vorgelegt. Für den Biergarten würden die Plätze auf 200 beschränkt.

Seit dem 15. September sind die nächtlichen Sperrungen an der Halbinsel am Max-Eyth-See wieder aufgehoben. Sie sollen erst im Frühjahr am 1. April wieder starten zum Schutz der Vogelinsel und des Natura-2000-Gebietes. Auch sollen im kommenden Jahr Respektlotsen am See unterwegs sein, die gegen die Vermüllung kämpfen und die Besucher darauf aufmerksam machen, sich umweltschonend zu verhalten.

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