Nach elf Jahren als Schulleiter verlässt Andreas Passauer die Luginslandschule und übernimmt die Verantwortung in der Wilhelmsschule Wangen. Foto: Kuhn

Nach elf Jahre als Schulleiter verlässt Andreas Passauer die Luginslandschule und übernimmt ab September die Verantwortung in der Wilhelmsschule Wangen. Er hat die Luginslandschule geprägt.

Luginsland - Andreas Passauer hat die Entwicklung der Luginslandschule maßgebend beeinflusst. Nach elf Jahren als Leiter der Luginslandschule werde es nun aber Zeit für neue Herausforderungen, hat er entschieden. Er wechselt auf die andere Seite des Neckars, wird von September an Rektor der Wilhelmsschule Wangen. Von der freundlichen Schule im Grünen in die Grund- und Werkrealschule im dicht bebauten Neckartal. Aufbrüche zu neuen Ufern sind typisch für den 55-Jährigen und eine Rückkehr zu den Wurzeln. Die Werkrealschule liegt ihm an Herzen. Vor elf Jahren wechselte der Ebersbacher von der Schule in Fasanenhof nach Luginsland. „In Fasanenhof wurde die Hauptschule geschlossen. Deswegen habe ich mich damals für den Wechsel auf die Grund- und Werkrealschule in Luginsland entschieden“, erinnert er sich. Die Freude über die Aufgaben als Leiter einer weiterführenden Schule war jedoch nur von kurzer Dauer. Die Politik entschied, dass die Werkrealschulen in Luginsland und in Hedelfingen aufgegeben und die Werkrealschüler in der Wilhelmsschule Wangen konzentriert werden.

Ganztagesschule eingeführt

Passauer musste die Werkrealschule „abwickeln.“ Gleichzeitig leistete der Vollblutpädagoge mit seinem Team auf einem anderen Gebiet Pionierarbeit. Er führte die Ganztagsschule im Grundschulbereich ein. „Ein reizvoller aber auch mühsamer Prozess. Es mussten viele Eltern von der damals noch wenig bekannten Unterrichtsform überzeugt werden“, erinnert er sich. Erschwert wurde die Umsetzung dadurch, dass der bisherige Halbtages-Unterricht mit der neuen Form der Ganztagesbetreuung in Einklang gebracht werden musste. Die Luginslandschule wurde landesweiter Vorreiter bei Gemischtklassen. Mittlerweile habe sich der Vorteil der Ganztagesbetreuung auch bei den Eltern herumgesprochen. „Wir können nun zwei reine Ganztages- sowie eine Halbtagesklasse bilden. Das erleichtert uns die pädagogische Arbeit“, freut sich Passauer. Auch das Miteinander der pädagogischen Fach- und der Lehrkräfte im Ganztagesunterricht habe sich jetzt eingespielt. „Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig auf Augenhöhe begegnen“, sagt Passauer.

Auf Augenhöhe begegnen

Diese Haltung, sein Gegenüber, ob Erwachsener oder Kind, ernst zu nehmen, lebt der 55-Jährige vor. Er hat ein Ohr für die Sorgen eines Schülers, hört sich die Vorschläge einer Kollegin an und grüßt noch ein Elternteil. Doch er zeigt Schülern auch Grenzen auf. „Voneinander – füreinander – miteinander an der freundlichen Schule im Grünen!“, lautet das Motto der Schule. Das Wohl der Schüler und Kollegen liegt ihm am Herzen. Seit 2017 nimmt die Luginslandschule deswegen am „Gut-Drauf“-Programm der Bundeszentrale für Gesundheit teil und hat das Zertifikat nun abermals für drei Jahre erhalten. „Weiter so“, lobten die Gutachter. Mit zur Rezertifizierung beigetragen hat sicherlich auch die Anfang des Schuljahres eingeweihte Mensa. „Eine weitere Baustelle, die ebenfalls Kraft und Nerven gekostet hat“, sagt Passauer lachend. Während seiner elfjährigen Zeit wurde in der Luginslandschule ständig saniert, renoviert und umgebaut. An vielen Tagen war Passauer weniger als Pädagoge denn Bauaufseher und Manager gefragt. „Es gibt noch ein paar kleine Dinge nachzubessern, aber eigentlich hinterlasse ich eine gut funktionierende Schule“, sagt Passauer. Er gehe mit einen weinenden Auge, freue sich aber auch auf die kommenden Herausforderungen in der Wilhelmsschule Wangen. Die Wangener Schule wird ab 2021 erweitert – Passauer kann sich dort als Vollblutpädagoge und Manager bewähren – nicht nur am Bau.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: