Frank Schwenzle (links) und Thomas Obermüller zeigen den Passanten anhand ihres Präventionswagens, wie man sich vor Wohnungseinbrüchen schützen kann. Foto: /Sebastian Gall

Polizeibeamte sind mit den Bürgern auf dem Marktplatz ins Gespräch gekommen, um sie über Verbrechensprävention aufzuklären.

Bad Cannstatt - Wie kann ich mich vor Einbrüchen schützen? Wie wehre ich mich gegen Telefonbetrüger? Was muss ich beachten, wenn ich mit dem E-Scooter unterwegs bin? Wie sichere ich mein Kind oder Enkel korrekt im Auto? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen waren gestern drei Polizeibeamte des Präventionsreferats des Stuttgarter Polizeipräsidiums mit ihrem Anhänger auf dem Marktplatz während des Wochenmarktes.

„Für uns sind diese Vor-Ort-Termine sehr wichtig. Wir möchten mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt der Präventionsbeamte Thomas Obermüller. Es sei auch wichtig, neben den Fragen, die die Polizei per Telefon oder elektronisch beantwortet, auf der Straße mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn: Viele kennen die Polizei nur aus drei Perspektiven, als Opfer, Zeuge oder Tatverdächtiger. „Diese Begriffe sind nicht wirklich positiv belegt“, sagt Obermüller. Deshalb sei es wichtig, außerhalb dieses Kontextes mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Und genug zu tun haben die drei. Immer wieder kommen Interessierte vorbei, stellen Fragen und bitten um Erklärungen.

Dabei lag das Hauptaugenmerk gestern auf der Einbruchsprävention. Die Zahlen der Delikte in der Landeshautpstadt sind bei den Einbrüchen seit 2014 rückläufig. „Die letzten Monate waren aufgrund der Corona-Pandemie extrem ruhig.“ Prävention sei trotzdem wichtig. Die Kernfrage: Wie schaffe ich es mein Eigenheim sicher zu gestalten? Dazu haben die Beamten ihren Präventionsanhänger mitgebracht. Dieser ist seit dem letzen Jahr im Einsatz. Daran befestigt sind Fenster, eine Türe und verschiedene Schlösser. Anhand dieser Beispiele erklären die Präventionsbeamten den Passanten den Einbruchsschutz. „Der Anhänger gibt uns die Möglichkeit den Leuten etwas zu zeigen“, so Obermüller. „Prävention findet aber nicht nur im baulichen Bereich statt“, führt Obermüllers Kollege Frank Schwenzle weiter aus. Um sich vor Einbrüchen zu schützen, sei auch Teamwork in der Nachbarschaft gefragt. Man könne sich so etwa gegenseitig warnen. Als weitere Maßnahme sei das Anlegen eines Protokolls aller sich im Haus befindlicher Wertgegenstände sinnvoll. „Bei Diebstahl lassen sich die Gegenstände, falls sie wieder auftauchen, leichter identifizierbar“, so Schwenzle.

Neben dem Einbruch, wurde auch noch über viele andere Dinge aufgeklärt. „Die Passanten stellen uns Fragen, die eigentlich die gesamte Bandbreite der polizeilichen Arbeit abdeckt.“ Die Beamten sprächen sehr oft etwa über den Enkeltrick, mit dem Senioren um viel Geld betrogen werden. Auch die Verkehrssicherheit spiele eine große Rolle. „Unser Eindruck ist, dass die Leute zufrieden aus den Gesprächen gehen.“

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