Rund 250 000 Quadratmeter umfasst der Alno-Industriepark. Die meisten Gebäude sind längst an andere Firmen untervermietet. Foto: dpa/Felix Kästle

Alno in Pfullendorf war mal die Marke der Besserverdienenden. Auf einen langen schleichenden Abstieg folgte 2017 die Insolvenz, dann die Rettung – und jetzt erneut die Pleite. Wie konnte es so weit kommen?

Pfullendorf - Der Ruhestand tut Hermann Zweifel eindeutig gut: gebräunte Haut, entspannte Stimmlage, nur die Andeutung von Falten im Gesicht. Ein Kaffee am späten Nachmittag macht ihm keine Magenprobleme. Es ging ihm schon schlechter, damals, als er wie einer von Odins Raben tiefrote Geschäftszahlen und Tatarenmeldungen über die nächsten großartigen Strategien an die Kollegenschaft übermitteln musste. Von 1994 bis 2012 war der heute 68-jährige Betriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied beim Küchenbauer Alno, sein Berufsweg ähnelt einer Fahrt auf der Rutschbahn.

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