Der Umbau des Bahnhofsvorplatzes liegt im Zeitplan und Kostenrahmen. Weite Teile des neuen Belags sind fertig, und in den kommenden Wochen werden die großen Baumbeete bepflanzt und der Trinkbrunnen errichtet.
In nicht einmal mehr drei Monaten startet die Fußball-EM, die ein Millionenpublikum vor den Fernseher locken wird und zigtausende Fußballfans in die Stadien. Das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland wird am 14. Juni um 21 Uhr in München angepfiffen. Das erste von fünf Spielen in Stuttgart gibt es dann zwei Tage später mit der Partie Slowenien gegen Dänemark. Die wohl erste echte Bewährungsprobe für den Bahnhof Bad Cannstatt und seinen neugestalteten Vorplatz. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun.
Die wichtigste Botschaft: „Das umfangreiche Maßnahmenpaket liegt im Zeitplan“, sagt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Der Vorplatz sowie die Bahnhofstraße in Richtung Carré Bad Cannstatt werden bis zu Beginn der Europameisterschaft fertig werden, obwohl es aufgrund von Lieferproblemen bei den Baumaterialien sowie den doch sehr aufwendigen Leitungsverlegungen kleinere Verzögerungen gab.
Einladend und freundlich
Obwohl der Vorplatz noch eine große Baustelle ist, können Passanten schon viel von seiner neuen Identität erahnen, teilweise auch schon sehen. Denn im zentralen Platzbereich sowie in den angrenzenden Gehwegen aus Richtung Eisenbahnstraße kommend bis zur Frösnerstraße sind nahezu alle Pflaster- und Leitungsarbeiten abgeschlossen. Durch den einheitlichen und hellen Belag wirkt die „Pforte nach Bad Cannstatt“ jetzt einladend und freundlich.
Schon seit geraumer Zeit steht auch die rote Schienenplastik, die restauriert wurde und einen neuen Sockel erhalten hat, an ihrem neuen, zentralen Standort. Sie hat ihren Platz mit der Imbissbude getauscht, die komplett neu gestaltet wurde und bereits seit einigen Wochen wieder hungrige Passanten mit Pommes, Gyros und Currywurst versorgt.
Mehr Bäume und große Beete
„Auch die großen Baumbeete sind hergestellt und werden in den kommenden Wochen bepflanzt“, sagt Oliver Hillinger. Die Stadt hat hier offensichtlich nicht zu viel versprochen. Denn neben 15 neuen Bäumen gibt es künftig sehr viel mehr Grün als vorher auf dem Bahnhofsvorplatz. Auch der Trinkbrunnen, für den sich der Bezirksbeirat Bad Cannstatt stark gemacht hatte, wird – wie auch die Radgarage – in den kommenden Wochen errichtet.
Die wesentliche Neuerung ist jedoch, dass der Verkehr auf dem Platz neu geordnet wird. Danach werden Radfahrer, Passanten und der ÖPNV bevorzugt sein. Die Durchfahrt über den Platz zwischen der Frösnerstraße und dem Parkhaus in der Eisenbahnstraße wird für den Kfz-Verkehr unterbrochen und die Eisenbahn-/Bahnhofstraße zu einer Fahrradstraße umgewidmet.
Barrierefreie Bushaltestelle
Eine sicher heftige, aber laut den Stadt- und Verkehrsplanern dringend notwendige Verkehrsberuhigung. Denn mehr als 6000 Fahrzeuge wurden täglich auf diesem Straßenabschnitt gezählt. Die Durchfahrt für Busse, Taxis und Lieferverkehr ist künftig weiterhin möglich. Die Zahl der Taxistellplätze auf der Nordseite des Bahnhofs wird aber reduziert und zum Teil auf die Südseite verlagert.
Mit dem Umbau wird auch die Kiss+Ride-Funktion, die unmittelbar vor dem Haupteingang lag, in die östliche Bahnhofstraße sowie auf die Südseite des Bahnhofs verlagert. Aufgrund des neuen Verkehrskonzepts werden insgesamt 34 Stellplätze vor dem Bahnhof und in der Bahnhofstraße geopfert. Eine Änderung, die die CDU auch wegen der vielen Arztpraxen im Bahnhofsviertel harsch kritisiert hatte.
Keine weiteren Kostensteigerungen
Die Fußgängerüberwege sowie der SSB-Halt, der barrierefrei wird, bleiben erhalten. Die Betonfahrbahn im Bereich der neuen Bushaltestelle ist fertiggestellt, und die Wartehäuser stehen teilweise schon. Das Gesamtprojekt wird allerdings erst Ende Oktober fertig sein, wenn die restlichen Arbeiten in den Platzaußenbereichen erledigt sind.
Mit einer erneuten Kostensteigerung wie vor einem Jahr ist laut Tiefbauamt jedoch nicht zu rechnen. Im April 2023 bestätigte die Stadt gegenüber dem Gemeinderat, dass die Bausumme von einst 5,83 auf 8,7 Millionen Euro gestiegen ist. Als Kostentreiber entpuppten sich – neben dem rund eine Million Euro teuren Pflasterbelag – die fast schon „normalen, marktüblichen“ Baupreissteigerungen und Bauherrenrisiken, die vom Tiefbauamt damals mit mehr als einer Million Euro veranschlagt werden mussten.