Baubeginn für das neue Sportbad im Neckarpark soll Anfang 2020 sein. Foto: Visualisierung: Lehmann Architek - Visualisierung: Lehmann Architekten GmbH

Das neue Sportbad im Neckarpark, Baubeginn ist im Januar 2020, wird acht Millionen Euro teurer und kostet mittlerweile 44 Millionen Euro.

Bad Cannstatt Die gute Nachricht: Baubeginn für das neue Sportbad im Neckarpark soll im Januar 2020 sein. Die schlechte: Der Neubau wird um gut acht Millionen Euro teurer und kostet mittlerweile 44 Millionen Euro. Dennoch stimmte der Wirtschaftsausschuss dem Baubeschluss am Freitag zu. Die Inbetriebnahme soll im April 2022 sein.

Als Grund für die Mehrkosten werden erhöhte Aufwendungen für Erdaushub, Entsorgung und Baustellenlogistik genannt. Allerdings schlagen auch erhöhte Preise für Bauleistungen seit der letzten Kostenschätzung zu Buche. Zudem investiert die Stadt mehr Geld in ein Energiekonzept: zwei statt 1,2 Millionen Euro. So soll beispielsweise die Fotovoltaikanlage so groß wie möglich werden, die Wärmerückgewinnung und Nahwärmeversorgung sollen verbessert werden.

Das Sporthallenbad soll 50 Wochen im Jahr betrieben werden und von 6 bis 22 Uhr geöffnet sein. Allerdings ist es in den Sommermonaten von Mai bis September für die Öffentlichkeit geschlossen. In dieser Zeit steht das 50-Meter-Becken im Inselbad Untertürkheim der Allgemeinheit zur Verfügung, das dann nicht mehr von Vereinssportlern genutzt wird. Mit der Inbetriebnahme des neuen Sportbads soll das Hallenbad Cannstatt zum Schuljahresende im Juli 2022 aufgegeben werden. Auf der Fläche ist der Bau von Wohnungen vorgesehen.

Gegen dieses Vorhaben stemmen sich jedoch die Nutzer aus Bad Cannstatt, Münster und Mühlhausen. Vor allem Schulen und Kitas kritisieren den sehr viel längeren Anfahrtsweg in den Neckarpark. Auch angesichts der Einwohnerprognosen für die kommenden Jahre (Bad Cannstatt plus 8,7 Prozent, Mühlhausen plus 10,9 Prozent) sehen die hiesigen Kommunalpolitiker nach wie vor einen großen Nutzen in dem Bad in der Hofener Straße. Das Problem: Nach ersten Schätzungen würde eine Generalsanierung laut Bäderbetriebe rund 13 Millionen Euro kosten.

Und der städtische Eigenbetrieb hat bekanntlich immer mit roten Zahlen zu kämpfen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass ihr Defizit in diesem Jahr bei knapp 14,8 Millionen Euro liegen wird. Das sind 700 000 Euro mehr als geplant und 140 000 Euro mehr als im Vorjahr. Verantwortlich für das schlechtere Ergebnis sei, dass die Wiederinbetriebnahme des Mineralbads Berg auf Mitte 2020 und die des Hallenbads Feuerbach von Februar auf September 2019 verschoben werden musste. Dadurch entgehen dem städtischen Betrieb Einnahmen. Auch die ungeplante, neunwöchige Schließung des Hallenbads Sonnenberg aufgrund der Sanierung der Filteranlage belastet das Ergebnis.uli/dud

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