Symbolbild Foto: dpa/Jonas Güttler

Ein 18-Jähriger hat am Freitag für eine wilde Verfolgungsjagd durch Münster, Hofen und Mühlhausen gesorgt. Er war ohne Kennzeichen und Licht unterwegs und entzog sich der Polizeikontrolle. Zwei Autos und eine Hauswand wurden beschädigt.

Münster/Mühlhausen - Eine simple Verkehrskontrolle entwickelte sich am Freitagabend zu einer wilden Verfolgungsjagd durch Münster, Hofen und Mühlhausen, bei der mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet, mindestens zwei Autos und eine Hauswand beschädigt wurden. Am Steuer saß ein 18-Jähriger, im Fahrzeug noch ein 13- und drei 14-Jährige. Der alkoholisierte Fahrer musste seinen Führerschein abgeben. Bei der filmreifen Verfolgungsjagd entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro.

Ohne Kennzeichen und Beleuchtung unterwegs

Es begann zunächst ganz harmlos. Der Polizei war um 21.10 Uhr ein Fahrzeug aufgefallen, dass ohne Kennzeichen und ohne Beleuchtung auf der Neckartalstraße unterwegs war. Als die Beamten das Fahrzeug, einen Opel Vectra, und Fahrer kontrollieren wollten, missachtete der 18-Jährige die Anhaltesignale und flüchtete mit überhöhter Geschwindigkeit über die Austraße, das Keefertal und die Arnoldstraße nach Mühlhausen. Die wilde Fahrt führte dann weiter über die Brücke am Wasserkraftwerk über die Mühlhauser Straße vorbei am Max-Eyth-See über die Aubrücke zurück nach Münster. Hierbei missachtete der Fahrer mehrere rote Ampeln und überholte auf der Mühlhäuser Straße trotz Gegenverkehr.

Über den Gehweg ausgewichen

Der Verkehrsrowdy verließ die Neckartalstraße und fuhr nach Münster in den Ort. Dort beschädigte er in der Brigachstraße einen Ford Transit und in der Moselstraße einen 3er-BMW. Der Polizei gelang es nicht, das Fahrzeug aufzuhalten. In der Austraße streifte der 18-Jährige eine Hauswand, als er einem Streifenwagen, der ihn an der Weiterfahrt hindern wollte, über den Gehweg auswich. Über die Austraße floh er erneut ins Keefertal und die Arnoldstraße bis nach Mühlhausen.

Die Flucht und Kollisionen forderten ihren Tribut. In der Arnoldstraße löste sich das rechte Vorderrad von seinem Opel, so dass er schließlich nur noch über die Aldinger Straße auf den Parkplatz eines Geschäftes fahren konnte. Während er dort das Fahrzeug ausrollen ließ, sprangen er und sein 13-jähriger Beifahrer aus dem Fahrzeug. Die Flucht zu Fuß dauerte jedoch nicht lange. Die beiden wurden kurz darauf festgenommen, laut Polizeiprotokoll um 21.23 Uhr. Die drei 14 Jahre alten Mitfahrer hatten bereits im Lauf der Flucht das Auto verlassen, wurden aber von der Polizei ermittelt.

Reifen verloren

Der in Mitleidenschaft gezogene Opel Vectra war letztlich gegen eine Werbetafel gerollt und dort zum Stillstand gekommen. Der alkoholisierte 18-Jährige musste sich einer Blutentnahme unterziehen, sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro. Der außergewöhnliche Vorfall kommt zur Anzeige. Was letztlich alles daraus für Schlüsse gezogen werden, hängt auch vom Alkoholgrad und den weiteren Ermittlungen der Polizei ab. Was den 18-Jährigen erwartet, liege bei der Justiz ab, so ein Polizeisprecher.

Flucht dauert 13 Minuten

Die ganze Aktion, vom Beginn der geplanten Kontrolle über Flucht bis zur Festnahme, dauerte knapp 15 Minuten. Daraus wird auch ersichtlich, dass sich der 18-Jährige mit enormer Geschwindigkeit dem Zugriff der Polizei entziehen wollte. Insgesamt 20 Fahrzeuge der Polizei waren dabei im Einsatz, wobei nicht alle unmittelbar an der Verfolgung beteiligt waren, betont der Polizeisprecher. Für solche Einsätze hat die Polizei ein Maßnahmenpaket, das dann zur Anwendung kommt.

Zeugen des Vorfalls sowie Fahrzeugführer oder Fußgänger, die hierbei gefährdet wurden, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 89 90-36 00 beim Polizeirevier 6 Martin-Luther-Straße zu melden.

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