Mike Troll nimmt Maß. Der Cannstatter trug sich auch in die Torjägerliste ein Foto: Niklas Heck (z) - Niklas Heck (z)

Der Wasserball-Zweitligist SV Cannstatt gewinnt sein Heimspiel gegen die SG Stadtwerke München mit 16:13 und setzt damit ein Ausrufezeichen.

Bad CannstattDer SV Cannstatt hat seine Hausaufgaben gemacht: Nachdem die Zweitliga-Wasserballer vor Wochenfrist noch nicht über die volle Distanz mit Kreativität und Spielenergie zu überzeugen wussten, scheint das Team um Coach Andras Feher im Training ordentlich nachgelegt zu haben. Im Topspiel gegen den letztjährigen Vizemeister aus München ließ der SVC jedenfalls keine Zweifel mehr aufkommen: Beim 16:13 (5:2,1:2,4:2,6:7)-Endstand war der Heimsieg zu keiner Zeit ernsthaft gefährdet.

Dabei hatte Feher vor Spielbeginn noch jeden Grund, seine Schützlinge vor den Qualitäten des bayerischen Gegners zu warnen: Die SG Stadtwerke München war mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, will man doch nichts weniger als den Aufstieg, um in der Folgesaison im renovierten Olympiabad ganz groß aufzuspielen. Bevor die Münchener allerdings im Schatten der olympischen Ringe auf Meisterkurs gehen können, müsste auch der SVC zunächst auf die Plätze verwiesen werden – eine Aufgabe, die sich am vergangenen Spieltag alles andere als einfach darstellte.

Auch defensiv stark

Die Cannstatter waren mit nicht minder großen Hoffnungen in die Heimpartie gestartet und ließen von der ersten Minute an keine Zweifel daran aufkommen, dass man im Angesicht des Vorjahres-Vize keinesfalls ehrfürchtig einknicken würde. Ganz der rebellische Underdog setzte der SVC gleich zu Beginn immer wieder die richtigen Akzente und dominierte schnell das Spiel. Die Gäste vermochten zu Beginn noch mitzuhalten, doch die kurze Sturm- und Drangphase der Münchener war schnell überwunden. Nach ausgeglichenen Anfangsminuten führten die Cannstatter zur ersten Viertelpause bereits mit 5:2. Damit waren die Gäste aber noch lange nicht zur Kapitulation bereit: Mit teils brutalem, in jedem Fall aber forschem Pressing versuchten sich die Münchener zurück ins Spielgeschehen zu kämpfen, scheiterten mit ihren Angriffen jedoch ein ums andere Mal an einem kompakt stehenden SVC-Defensivbollwerk. Dabei war die Abwehr nicht die einzige Schokoladenseite der Hausherren. Anders noch als im ersten Heimspiel schien der SVC unter der Woche auch die Lust auf Tore wiederentdeckt zu haben. Mit Rekordeffizienz konnten die Gastgeber immer wieder erfolgreich abschließen und dabei insbesondere das neue Brüderduo auf der Centerposition sehenswert in Szene setzen: Novak und Filip Zugic steuerten allein sechs der 16 Treffer zum Sieg bei – ein Erfolg, der nicht nur als Indikator für die neue Stärke im Cannstatter Zentrum zu deuten ist, sondern auch das Resultat einer geeinten Mannschaftsleistung sei, wie Andras Feher nach Spielende hervorzuheben wusste. „Dieser Sieg kam für mich ein wenig überraschend, schließlich ist München eine gute Mannschaft mit vielen exzellenten Einzelspielern. Wir haben sie allerdings kein einziges Mal rankommen lassen, haben von der ersten Minute bis zur letzten souverän agiert und immer geführt“, so der Wasserballfachmann weiter. Tatsächlich schaffte es München trotz einiger starker Phasen kein einziges Mal, die Führung im Mombach-Bad an sich zu reißen. Bis zum Abpfiff verblieb die Sieben um Kapitän Marco Ristic akzentlos im Hintertreffen. Mit einem Vorsprung von vier Toren starteten die Cannstatter in das abschließende Spielviertel, in dem die Gegner nochmals kräftig mobilisierten, dennoch aber auch die letzte Chance zur Trendwende verpassten. Eine kleine Aufholjagd mit drei Münchener Treffern in Folge kam zu spät und vermochte den Cannstatter 16:13-Triumph schlussendlich nicht mehr zu verhindern.

SV Cannstatt: Anastasios Bitsos (im Tor), Thomas Hartmann, Filip Zugic (2 Tore), Julian Thran, Lennart Löscher (2), Pascal Sachs (1), Lars Patrick Färber (2), Daniel Stoll, Djordje Milojkovic (3), Mike Troll (1), Alexander Wottschel (1), Novak Zugic (4), Bojan Marin.

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