Lange wurde darauf gewartet, dass die Verwaltung in Stuttgart etwas gegen Grillen, Partylärm und Müll unternimmt. Doch die Vorschläge enttäuschen.
Als Naherholungsgebiet ist der Max-Eyth-See vor allem am Wochenende ein Besuchermagnet – sehr zum Leidwesen vieler Anwohner. Denn die Probleme Parken, Grillen, Radeln, Toiletten und Sicherheit sind bisher kaum gelöst. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe hat sich nun des Themas angenommen. Doch das erarbeitete Nutzungskonzept stieß im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik und im Bezirksbeirat Mühlhausen jüngst auf wenig Gegenliebe. Beide Gremien lehnen die Vorlage der Verwaltung ab.
Die Bezirksbeiräte kritisierten, dass sie die diese zu kurzfristig erhalten haben und dass keine Strategie darin erkennbar sei. FDP-Betreuungsstadtrat Armin Serwani sagte, keine Fraktion im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik habe die Vorlage begrüßt. Technikbürgermeister Dirk Thürnau habe erklärt, dass das Papier noch weiterentwickelt und der Bezirksbeirat noch gehört werde.
Serwani sagte, er habe einen Sicherheitsdienst auch für nachts gefordert. Der Bezirksbeirat verlangt eine Lösung bezüglich einer Toilettenanlage beim Klassenzimmer am See. Auch wird ein Ende des Parkchaos verlangt. „Da ist keine Polizei da, kein Ordnungsamt, da herrscht Anarchie, das interessiert niemanden“, beschrieb Grünen-Bezirksbeirat Melih Göksu. Parkgebühren werden gefordert und bessere Kontrollen der Regeln.
Kritisiert wurde, dass die Grillflächen so groß bleiben sollen. Die Verwaltung schlägt vor, die Nutzung am See nicht einzuschränken, auch das Grillen an den ausgeschilderten Stellen weiter zu erlauben. Sie setzt auf die Einrichtung eines Sicherheitsdienstes, der jedoch keine Bußgelder erheben kann und für konkrete Ordnungsmaßnahmen stets den städtischen Vollzugsdienst oder die Polizei einbeziehen muss. Der Sicherheitsdienst würde am Wochenende freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 21 Uhr arbeiten und jährlich 106 000 Euro kosten. Gelder, die der Gemeinderat für den nächsten Doppelhaushalt bewilligen müsste. Bei nächtlichen Ordnungs- und Ruhestörungen seien nach wie vor Landespolizei und städtischer Vollzugsdienst zuständig.
Keine weiteren Einschränkungen am See
Angesichts des großen Besucheransturms schlägt die Verwaltung ein Parkraumkonzept vor. Diese Maßnahme reiche nicht aus, so der Bezirksbeirat. Auch zeigte sich das Gremium verwundert, dass erst jetzt überlegt werde, eine zusätzliche Schranke am Parkzugang Haltestelle Wagrainäcker zu prüfen, um problematische Situationen mit Kurzparkern zu verhindern. Verärgert und enttäuscht zeigte sich das Gremium auch, wie das Thema Radverkehr im Papier behandelt wird. Die Bezirksbeiräte sehen dazu keinen sinnvollen Lösungsvorschlag.