Die Maickler-Grundschule wird einen Neubau erhalten. Das bestehende Gebäude soll aber erhalten bleiben. Foto: Hauptmann Quelle: Unbekannt

Fellbach (red) - Nach vielen umfangreichen Erörterungen hat Fellbachs Gemeinderat jetzt eine wichtige Entscheidung getroffen: Er hat das Raumprogramm für einen Neubau der Maicklerschule festgelegt sowie die Zustimmung zur Auslobung eines Architektenwettbewerbs gegeben. Für den Neubau samt Tiefgarage und Freianlagen werden 17,14 Millionen Euro Kosten veranschlagt. „Wir beginnen jetzt“, freut sich Oberbürgermeisterin Gabriele Zull.

Wie Erster Bürgermeister Günter Geyer berichtete, wurde das Raumprogramm für die neue Maickler-Grundschule gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern entwickelt. Es musste überarbeitet werden. Denn: In Fellbach steigt die Kinderzahl. Bis 2030 wird nach aktuellen Prognosen mit einem Plus von 400 Grundschülern gerechnet. Für die Maicklerschule bedeutet dies, dass sie weiterhin konstant dreizügig sein wird, sogar eine Vierzügigkeit in den Eingangsklassen kann für die nächsten Jahre nicht ausgeschlossen werden.

Mit dem Schulneubau will sich Fellbach von der „Flurschule“ verabschieden. Vielmehr wird es den neuen pädagogischen Anforderungen für Lehren und Lernen entsprechend für die vier Klassenstufen sogenannte „Jahrgangscluster“ mit Lernbereichen, Gruppenräumen und Rückzugsraum geben. Ebenfalls wird die neue Maicklerschule über ein Forum als Gemeinschaftsbereich und eine eigene Mensa mit Küche verfügen.

Die Stadtverwaltung geht aktuell von Baukosten in Höhe von rund 17,14 Millionen Euro aus. Die Erweiterung des Raumprogramms, erhöhte Anforderungen der neuen Energieeinsparverordnung sowie eine allgemeine Baukostensteigerung sind dafür verantwortlich, dass diese Summe höher liegt als bislang gedacht. Und um eine Finanzierungsreserve im Haushalt zu haben, sollen für den Neubau alles in allem 20 Millionen Euro reserviert werden. Der finanzielle Puffer sei auch nötig: „Wir befinden uns in der Phase Null“, meinte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Diese sei eben noch mit gewissen finanziellen Unsicherheiten belastet. Zum Realisierungswettbewerb sollen sechs im Schulbau erfahrene Architekturbüros eingeladen, weitere aufgrund von Referenzen zugelassen werden, so dass es insgesamt rund 30 Teilnehmer geben soll.

Für die Gesamtentwicklung des Maicklerschulzentrums schlug die Stadtverwaltung dem Gemeinderat aus Kostengründen eine Modifizierung der bisher verfolgten Variante C vor, die nach aktueller Kostenschätzung insgesamt rund 82,8 Millionen Euro kosten würde. Demnach soll das bestehende Gebäude der Maicklerschule nicht abgerissen, sondern nach kleineren Umbauten vom Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) weiter genutzt werden. Dies habe auch den Vorteil, dass der Neubau der Grundschule voll förderungsfähig sei und mit voraussichtlich rund 2,2 Millionen Euro bezuschusst werde, sagte der Erste Bürgermeister.

Anstelle des FSG-Hochhauses soll es einen Mensa-Neubau geben und Ersatzflächen mit Lernclustern für den Pavillon-Ost. Die FSG-Turnhalle soll durch eine Zweifeldhalle ersetzt werden. Die Auberlen-Realschule soll einen Anbau erhalten, auf tiefgreifende Umbauten im bestehenden Gebäude soll dagegen verzichtet werden. Dies sei im Vergleich zu den bisherigen Überlegungen eine kostengünstigere Variante, meinte OB Zull, allerdings keine Billigvariante. Aktuelle pädagogische Erfordernisse seien nach wie vor berücksichtigt.

Die Verwaltung schlug dem Gemeinderat weiter vor, die Verlegung der Wichernschule an die Bühlstraße nicht weiterzuverfolgen. Sie wird als Ganztagesschule in verpflichtender Form am bisherigen Standort bleiben. Die notwendigen Ess- und Aufenthaltsbereiche können im Gebäude geschaffen werden. Über diese Lösung sei die Schule nicht unglücklich, meinte Geyer. Und an der Zeppelinschule sollen zwei transparente Lernnischen in den Aulabereichen der ersten zwei Obergeschosse geschaffen werden. Damit wird einem Wunsch der Schule Rechnung getragen.

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