Michael Görg vor der Betriebsseelsorge Foto:  

Anfang des Jahres hat Michael Görg die Nachfolge von Guido Lorenz angetreten. 37 Jahre lang hat dieser die Betriebsseelsorge Stuttgart aufgebaut und weiterentwickelt. Görg kennt beide Seiten.

Bad Cannstatt - Insgesamt 37 Jahre lang war sein Vorgänger im Amt, hat viel bewegt und erreicht. Die Fußspuren, die Guido Lorenz als Leiter der Betriebsseelsorge Stuttgart mit Sitz in Bad Cannstatt hinterlassen hat, sind groß. Das weiß Michael Görg, der im Januar die Nachfolge angetreten hat. Einen Monat haben sie noch zusammengearbeitet. „Das war hilfreich“, beschreibt Görg. „So konnte ich seine Arbeit kennenlernen.“ Lorenz habe die Betriebsseelsorge aufgebaut und dorthin geführt, wo sie heute steht. „Es war ganz wichtig, dass er sein Wissen, so gut es in der Kürze der Zeit ging, weitergegeben hat.“ Lorenz habe viel Netzwerkarbeit geleistet und gute Kommunikationswege weitergegeben.

Der 50 Jahre alte Görg hat sich bislang mit organisatorischen Themen befasst und schaut sich genau an, was bisher gelaufen und wertvoll ist und welche Aktivitäten nicht mehr mehr notwendig sind. „So können Freiräume für Neues geschaffen und in neue Bereiche geschaut werden.“ Derzeit sei er noch beim Abwägen und Kennenlernen. Viele Gespräche habe er schon geführt, durch die Corona-Krise im Augenblick aber eingeschränkt. Telefonisch und per Chat sei Kontakt möglich. „Das persönliche Kennenlernen ist aufgeschoben, wird später intensiviert.“ Zudem will Görg dann auch neue Betriebe aufsuchen.

Derzeit per Telefon und Mail erreichbar

Die Betriebsseelsorge in der Wiesbadener Straße hat derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen, ist aber telefonisch und per Email erreichbar, um den Hilfsbedürftigen rund um die Arbeitswelt nach wie vor beizustehen. Hilfen und Beratung in den Sprechstunden zu Auskünften und Fragen des Arbeits- und Sozialrechtes, zu Bewerbungs-, Schuldner- und Berufsberatung und beruflichen Rehabilitation, zu Hilfen bei Unterlagen und Formularen für Sozial-/Arbeitsamt, Coaching für Erwerbslose und seelsorgerliche Gespräche finden in der Betriebsseelsorge zur Zeit nicht statt.

Es sei wichtig, präsent zu sein für die Menschen in der Arbeitswelt, die in diesen Zeiten besonders zu knapsen hätten. Da seien kreative Ansätze und neue Möglichkeiten gefragt. „Daher rufen wir als Betriebsseelsorgeteam auch aktiv regelmäßig die Menschen an, die sonst bei uns zu Gast oder hilfesuchend sind,“ betont Görg, gelernter Diplom-Ingenieur Elek­trotechnik mit dem Schwerpunkt IT. 20 Jahre lang war er in der IT-Branche tätig, arbeitete bei HP im Kunden- und Prozessmanagement und der Organisationsentwicklung sowie als Betriebsrat. Ein Einschnitt sei es gewesen, als er gesehen hat, was es bedeutet, wenn eine Firma und eine Branche in Schieflage geraten. Entlassungen und Schließen von Abteilungen habe er am eigenen Leib und bei Kollegen erlebt. Was macht dies mit den Menschen, rückte bei ihm in den Mittelpunkt. „Arbeit ist mehr, als nur Geld verdienen.“

Diakon und Betriebsrat

Görg hat sich auf den Weg zum Diakon der katholischen Kirche gemacht. Erst nebenberuflich durch ein Fernstudium der Theologie und mehrjährige Ausbildung. Sein Fokus lag bei Armen und Hilfsbedürftigen. Zunächst war er Diakon im Zivilberuf neben seiner Arbeit als Betriebsrat. „Doch es war mir zu wichtig.“ Also wurde es zum Hauptberuf. Seine erste Arbeitsstelle als Diakon hatte er in einer Gemeinde in Schönaich. Dort sammelte er erste Erfahrungen. Seit Jahresbeginn ist er bei der Betriebsseelsorge aktiv. „Ich hatte schon immer viel mit Menschen zu tun“, vergleicht er beide Arbeitsfelder. Mit seinen Erfahrungen in der Arbeitswelt und der Gemeinde habe er gute Anknüpfungspunkte. „Das kann ich jetzt einbinden, denn ich habe beide Seiten kennengelernt.“

Betriebsseelsorge Stuttgart, Wiesbadener Straße 20, Telefon 56 10 84, Mail an stuttgart@betriebsseelsorge.drs.de

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