Bühnenbildner, Maler und Krug-Designer: Maximilian Fliessbach Foto: Picasa - Picasa

Maximilian Fliessbach ist Bühnenbildner und Maler. Zudem designt der Bayer für Oktoberfest und Volksfest Bierkrüge und Zeltsouvenir. Zum fünften Mal hat er fürs Schwabenwelt-Zelt die Bierkrug-Motive kreiert.

Bad CannstattMaximilian Fliessbach gen. Marsilius, Jahrgang 1961, hat viele Facetten: Er ist studierter Bühnenbildner und Maler, er arbeitet in Aquarell oder mit Skulpturen, bedient sich dabei an klassischer Musik und Literatur. Und drückt auch dem Oktoberfest und dem Volksfest seinen Stempel auf. Seit den 1990er Jahren designte er für das Hippodrom in München Krüge, Seidentücher und andere Souvenirs. Als dessen Betreiber Sepp Krätz aufgrund rechtlicher Probleme aufhörte, wurde Fliessbach mit der Aufgabe betraut, das neu eröffnete Marstallzelt zu entwerfen. Sein Ruf eilte ihm voraus: Auch Michael Wilhelmer, der Betreiber der Schwabenwelt, fand Gefallen an Fliessbachs Arbeiten. Als das Hippodrom seine Türen schloss, schlug er zu. Seitdem entwirft der Künstler auch für das Festzelt auf dem Volksfest jedes Jahr eine Serie mit Krügen, Pins, Seidentüchern, Kaffeehaferln und vielem mehr. Zum fünften Mal hat er den Maßkrug gestaltet. „Die kunstvoll verzierten Krüge eignen sich nicht nur für den Genuss des Volksfestbieres, sondern sind auch beliebte Sammlerstücke“, sagt Festwirt Michael Wilhelmer.“

Den diesjährigen Krug ziert das Bild einer Frau und eines Mannes, die gemeinsam auf einem Floss ein Bierfass den Neckar heruntertransportieren. Im Hintergrund erhebt sich schemenhaft der Wasen mit Fruchtsäule und Fahrgeschäften. Die Idee dahinter war es, „den Neckar als Bierfluss darzustellen“, erzählt Fliessbach. Damit so eine Serie entstehen kann, braucht es sechs bis sieben Wochen. Zuerst recherchiert Fliessbach, liest sich in das Thema ein, beispielsweise um korrekt Symbole und Wappen abzubilden. Daraufhin fertigt der Künstler ein bis zwei Dutzend Skizzen an, die von den Auftraggebern abgesegnet werden. Dann erst erfolgt die Anfertigung des eigentlichen Motivs mit Aquarellfarben. Maximilian Fliessbach arbeitet dabei komplett analog mit Papier und Pinsel.

Seinen Motiven wohnt ein gewisses Traditionsbewusstsein bei, sei es nun der Bierkrug der Schwabenwelt oder das Marstallzelt. Und das entspricht auch der Weltsicht des Künstlers: „Ich bin ein traditionsbewusster Mensch“, erklärt Fliessbach, der in dem bayerischen Ort Bichl im Haus seines Ur-Großvaters lebt. „Das Modernste bei mir Zuhause ist vermutlich mein Kühlschrank.“ Für seine Auftragsarbeiten zieht er vor allem Inspiration aus dem 19. Jahrhundert. „Das war die Zeit exakter Zeichnungen. Ich mag das traditionell Bayerische, das Pittoreske.“

Studiert hat Fliessbach in Wien und München. Zu seinen Werken zählte auch eine Bilderreihe, in welcher er die Notation der „Carmina Burana“ von Carl Orff mit eigenen Illustrationen verband. Generell scheinen seine Projekte sehr von der Vergangenheit beeinflusst zu sein. Aber wie Maximilian Fliessbach selbst sagt: „Ich bin ein Mensch des 19. Jahrhunderts.“

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