Der Hybrid-Oberleitungsbus der Linie 101 wendet derzeit am Obertürkheimer Bahnhof und fährt zurück Richtung Esslingen. Foto: Elke Hauptmann - Elke Hauptmann

Eine Idee aus der Obertürkheimer Bürgerschaft zieht Kreise: Beide Städte und ihre Verkehrsbetriebe sollen darüber nun Gespräche führen.

Obertürkheim Die Idee aus der Bürgerschaft, zur Verbesserung des Nahverkehrsangebotes die Esslinger Buslinie 101 vom Bahnhof Obertürkeim bis zum Karl-Benz-Platz nach Untertürkheim zu verlängern, zieht Kreise. Die Linken in Stuttgart und Esslingen begrüßen sie ausdrücklich.

Lokalpolitiker Christoph Hofrichter will in der nächsten Sitzung des Obertürkheimer Bezirksbeirates am 13. November einen Antrag einreichen, um diesem Wunsch zur Realisierung zu verhelfen: Die Stadt Stuttgart solle mit der Esslinger Stadtverwaltung entsprechende Verhandlungen aufnehmen, fordert er darin. Hofrichter ist nicht nur überzeugt davon, dass „eine solche Maßnahme verhältnismäßig einfach durchzuführen“ wäre. Da Stuttgart im nächsten Jahr Esslingen mit der Durchfahrt der Interimsbuslinie 109 von Rüdern über Uhlbach nach Obertürkheim entgegenkomme, „wäre unter dem Motto ‚eine Hand wäscht die andere’ derzeit für das Gesamtvorhaben in günstiger Planungszeitpunkt“, meint er.

Wie berichtet, wird die O-Buslinie 101 des Städtischen Verkehrsbetriebes Esslingen (SVE) seit kurzem mit modernen Hybrid-Bussen befahren, die ohne Stromzufuhr gut 30 Kilometer fahren können. Die neue Technik löst ein altes Problem: Es müssten keine Stromleitungen durch Ober- und Untertürkheim gezogen werden. „Unser früherer Antrag zur Erneuerung der ehemaligen Oberleitung der Straßenbahnlinie 4 wird dadurch aufgelöst“, sagt Hofrichter. Es sei durchaus denkbar, den O-Bus auf der früheren Gleistrasse durch die Augsburger Straße bis zur Haltestelle Ebniseestraße fahren zu lassen und weiter über die Augsburger Straße. Einfacher ginge es wohl, wenn der 101er-Bus von der heutigen Wendeschleife am Obertürkheimer Bahnhof vom Netz geht, auf der Trasse der SSB-Buslinie 61 über die Göppinger und Augsburger Straße zum Karl-Benz-Platz fährt und dort wendet. In Gegenrichtung würde er in Obertürkheim wieder an die Oberleitung „andocken“ und nach Esslingen fahren.

Laut Hofrichter ist die Einrichtung einer Busspur für die Linie 101 „zumindest zwischen Bahnhof Obertürkheim und Großglocknerstraße in Untertürkheim“ in Betracht zu ziehen, um zu verhindern, dass der Esslinger Bus dort in den Hauptverkehrszeiten im Stau stecken bleibt. Platz dafür gebe es: „Derzeit werden die breiten Seitenstreifen der Augsburgerstraße von Langzeitparkern und auch schweren Lastwagen belegt.“ Bauliche Anpassungen in der Göppinger Straße für die Buslinie 65 seien ebenfalls erforderlich. Die Buslinie 61 könnte nach Hofrichters Meinung entfallen. Der Takt des SVE-Busses sei besser, er fahre alle 15 Minuten, die Linie 61 hingegen nur alle 20 bis 30 Minuten, erklärt er.

Unterstützt der Obertürkheimer Bezirksbeirat die Idee, will sie der Stadtrat der Linken im Stuttgarter Gemeinderat, Christoph Ozasek, gern aufgreifen. „Grundsätzlich stehen wir einer gemarkungsübergreifenden Lösung sehr positiv gegenüber, um für Pendler attraktive Umweltverbundnetze zu schaffen. Wir sehen die realistische Möglichkeit, dass der Hybrid-Oberleitungsbus in einem überschaubaren Zeitraum bis nach Untertürkheim zum Knotenpunkt verlängert wird.“ Über die Finanzierung einer Weiterführung der Linie 101 müssten laut Ozasek zügig Gespräche zwischen SSB und den Esslinger Verkehrsbetrieben SVE anberaumt werden, damit eine solche Maßnahme in den nächsten Wirtschaftsplan der SSB einfließen könne.

Auch Tobias Hardt von der Fraktion Die Linke im Esslinger Gemeinderat unterstützt die Idee. Sei sei bereits vor gut einem Jahr im Werksausschuss – heute Betriebsausschuss Städtischer Verkehrsbetrieb – aufgeworfen worden. „Es ist vernünftig, wenn über Stadtgrenzen hinweg kooperiert wird.“ In diesem Falle müsse jedoch die Stadt Stuttgart mit ihrer SSB auf Esslingen und seinen SVE zukommen.

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