In drei Würfen pro Durchgang müssen beim Kniffeln möglichst viele Punkte gemacht werden. Foto: Schumacher

Die Höchstpunktzahl erreicht man beim Kniffeln, wenn alle fünf Würfel die gleiche Augenzahl anzeigen.

Bad Cannstatt - Gekniffelt wird bei uns in der Familie, seit ich denken kann. Der Grund: Die Leidenschaft meiner Großeltern für das Spiel mit den fünf Würfeln. Und ich erinnere mich noch genau, was früher das größte Glück dabei war. Wenn auf allen fünf Würfeln die gleiche Augenzahl zu sehen war. „Kniffel“ rief ich dann begeistert. Aber auch Oma nimmt es mit dem Würfelspiel ernst. „Bschissa wird bei uns aber ned“, ist bei jeder Partie aus ihrem Mund zu hören. Auch über das Zusammenzählen der Punkte wacht sie selbstredend seit jeher mit Argusaugen. Für Oma und Opa ging es beim Würfelspiel auch um den Urlaub. Jeden Tag hockten sie zusammen, spielten drei Runden. Wer verlor, bezahlte 50 Pfennig – später 50 Cent – in die Urlaubskasse.

Zugegeben, ich bin nicht oft für Gesellschaftsspiele zu haben, doch eine Partie Kniffel geht eigentlich immer. Zu Studienzeiten mit den WG-Mitbewohnern, heute an Regentagen im Urlaub. Zwar rufe ich bei fünf gleichen Augenzahlen nicht mehr begeistert „Kniffel“ durch den Raum, eine Freude machen mir die 50 Punkte, die es dafür gibt und das Spiel aber nach wie vor. Das liegt mit Sicherheit auch an den Regeln, die – im Vergleich zu anderen Gesellschaftsspielen – glücklicherweise überschaubar sind. Und die lauten grob gesagt: Beim Kniffel werden fünf Würfel mit einem Becher geworfen. Jeder Spieler hat drei Würfe, um möglichst viele Punkte zu erzielen. Dabei kann er bei den ersten beiden Würfen Würfel mit passender Augenzahl auf die Seite legen und muss diese nicht noch einmal würfeln. Nach dem dritten Wurf muss ein Feld auf dem Zettel ausgefüllt werden. Bei fünf gleichen Augenzahlen gibt es 50 Punkte, bei einer großen Straße, bestehend aus den Augenzahlen von eins bis fünf oder zwei bis sechs, sind es 40 Punkte; für eine kleine Straße, zum Beispiel mit den Augenzahlen von eins bis vier, dürfen 30 Punkte notiert werden und so weiter. Wer ein Feld nicht ausfüllen kann, weil der entsprechende Wurf nicht gelungen ist, muss streichen – natürlich sind diese Punkte dann verloren. Das Spiel ist zu Ende, wenn jeder Spieler alle Felder auf seinem Zettel ausgefüllt hat. Dann wird zusammengezählt: Zuerst die Punkte von den Einern bis zu den Sechsern. Wer hier mindestens 65 Punkte erreicht hat, bekommt 35 Extrapunkte. Wer die meisten Punkte erzielt, gewinnt.

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