Der Himmelsglück-Turm während des Baus. Kurz vor Ostern soll er eröffnet werden. Foto: Stefan Jehle

Der Kurort Schömberg im Kreis Calw erweitert sein touristisches Angebot. Das Land steuert 1,2 Millionen Euro bei.

Stuttgart - Die deutschen Mittelgebirge sind ein beliebter Standort für Aussichtstürme. Bis zur Jahrtausendwende herrschte aber, auch im Schwarzwald, lange eine „Turmbauflaute“: Jetzt steht ein neues Großprojekt des Kurorts Schömberg im Kreis Calw kurz vor der Fertigstellung. Insgesamt 55 Meter hoch soll der Turm am Zollernblick mit dem Namen Himmelsglück werden. Die mit Lärchenholz stabilisierte Stahl-Holzkonstruktion soll auf Besucherplattformen in 35 und 50 Metern Höhe Erholungssuchende anlocken.

Rund 20 Kilometer südlich von Pforzheim, vis-à-vis den Höhenzügen des Enztals bei Höfen und Bad Wildbad, entsteht derzeit der neue imposante Ausblick. Dieser soll bei schönem Wetter Fernsichten bis zur – in Luftlinie 75 Kilometer südlich gelegenen – Burg Hohenzollern ermöglichen, aber auch zum Stuttgarter Fernsehturm. Die Idee entstand vor rund fünf Jahren im Ortschaftsrat des von Wäldern und Wanderwegen auf 670 Höhenmetern umgebenen Teilorts Oberlengenhardt, erzählt Marina Moser, die Leiterin Touristik und Kur in der 8500 Einwohner großen Gemeinde. Schon heute gibt es den Zollernwegblick, der als Premium-Rundwanderweg ausgewiesen ist.

Lange Zeit herrschte Turmbauflaute

Die in den Jahrzehnten zuvor entstandenen Türme mit Fernsichten im Schwarzwald wurden nahezu alle vom Schwarzwaldverein initiiert, sagt Wolfgang Weiler, der Sprecher der Schwarzwald Tourismus (STG) in Freiburg. Der 1864 in Freiburg als Badischer Verein gegründete Schwarzwaldverein habe allein bis 1914 mehr als 60 Aussichtstürme errichtet. Bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden so 107 Türme. Danach herrschte „bis etwa zum Jahrtausendwechsel eine Turmbauflaute,“ sagt Wolfgang Weiler.

In Schömberg diente der Höhenzug Zollernblick für den Turm „als Inspirationsquelle“, erklärt die Touristik-Chefin Moser. Mit der neuen touristischen Attraktion wolle man der Ausrichtung Schömbergs als „heilklimatische Naturerlebnisgemeinde“ Rechnung tragen. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. 36 Stützen aus Lärchenholz stabilisieren den stählernen Kern des Turms, die am Sockel zudem in Stahlbetonstützen gefasst sind. Die Besucherplattformen in 20 Metern Höhe sowie die Etagen darüber in 35 und 50 Metern Höhe sind dabei sowohl über die Treppe, wie auch über einen Aufzug erreichbar. Für das Besteigen des Turms wird Eintritt verlangt werden (Projekt-Seite: www.himmelsglueck-schoemberg.de).

Kurz vor Ostern ist die Eröffnung geplant

Vergangenes Jahr gab es für das Vorhaben einen Scheck vom Tourismus-Minister des Landes, Guido Wolf (CDU). Er überreichte Bürgermeister Matthias Leyn (CDU) einen Förderbescheid in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Gemeinde investiert in den Aussichtsturm rund 3,3 Millionen Euro. Zwei private Investoren ergänzen das touristische Angebot mit zwei am Turm befestigten Stahlseil-Rutschen, die 500 und 600 Meter lang sind.

Die Eröffnung des neuen Aussichtsturms sei „aktuell für Ende März am Wochenende vor Ostern geplant“, teilt Marina Moser mit. Dabei würden nicht nur die Blicke in die Ferne von Reiz sein. „Auch das nähere Umfeld bietet spannenden Perspektiven“. Mit einem Blick auf Bad Wildbad mit der Hängebrücke Wildline und dem Baumwipfelpfad. Der Turm des Baumwipfelpfads (eröffnet 2014) am Sommerberg ist 40 Meter hoch. Bis vor kurzem noch vermutlich höchster Turm im Nordschwarzwald war die 2002 errichtete „Hohe Warte“, ein Aussichtsturm auf einem Höhenrücken zwischen Nagold und Würm beim Pforzheimer Stadtteil Hohenwart. Mit einer Gesamthöhe von 40 Metern – und nur etwa sechs Kilometer nördlich von Schömberg/Oberlengenhardt gelegen.

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