Das neue Figuren-Theater in der Galerie Keim. Foto: Iris Frey

In der Galerie Keim dreht sich alles um das Thema Figur, einem der ältesten künstlerischen Themen. Galerist Thomas Niecke zeigt dabei viel Klassik im Schau-Depot in spannender Inszenierung.

Bad Cannstatt - Die Galerie Keim in der Marktstraße 31 A hat einen neuen künstlerischen Schwerpunkt in der Darstellung. Sie zeigt ganz konkret noch bis zum 13. Juni Kunst aus dem Magazin. In der zweiten Depot-Schau gibt es „Figuren-Theater“ zu erleben. Natürlich ist die Kunst in Corona-Zeiten, in denen nicht jeder aus dem Haus gehen kann, auch virtuell zu erleben. Im Schaufenster steht ein Holzobjekt von Claude Stockinger, welches in besonderer Weise gruppiert den Satz „Abstand schafft Nähe“ zeigt. Sehr effektvoll und treffend bezogen auf die aktuelle Situation.

Die Figur steht im Mittelpunkt. Sie zählt mit zu den ältesten Darstellungen und Themen von Michelangelo über Leonardo bis hin zu Dali, weiß Galerist Thomas Niecke. Die Abstraktion sei erst später im 19. Jahrhundert gekommen. Im Unterschied zum Islam steht diese figürliche Darstellung in einer langen kunsthistorischen Geschichte bis in die Moderne, wo es bis heute keine figürliche Darstellungen gibt.

Das Schau-Depot zeigt viele Grafiken der Klassiker wie Baumeister, Chagall, Dix, Grieshaber, Heckel und Picasso. Aus neuerer Zeit gibt es Werke von Horst Antes, Elvira Bach, Lude Döring, Andreas Felger, Horst Jannsen, Armin Mueller-Stahl und Hannes Steinert. Besonders interessant sind die Gegenüberstellungen der Arbeiten, rein schwarz weiß gefasst etwa mit einem Bild von Lovis Corinth von 1910 bis hin zu den farbigen Werken, bei denen etwa Picassos Jaqueline hervorsticht oder die typischen Kopffüßler von Horst Antes.

Bei den figürlichen Arbeiten sind Künstler wie Britta Schmierer, Silvia Siemes, Claude Stockinger und Sybille Onnen vertreten. Passend zum Frühling trägt eine Frau von Schmierer auch mal einen Schmetterling auf dem Kopf. Woanders gibt es die Maskerade, die wiederum an die Corona-Krise erinnert mit den Masken vor dem Gesicht.

So wirft die Kunst im neuen Zusammenhang wieder interessante Aspekte auf. Auch Armin Mueller-Stahls Porträts von Einstein und Hölderlin sind erlebbar. Und ein besonderer Otto Dix in Farbe: ein Mädchen mit Katze. Sowie von Chagall das farbenprächtige erzählerische Bild der „Raub der Daphne“. Die figürlichen Arbeiten erzählen viele Geschichten ihrer Zeit und bilden ein spannendes Ensemble im Schau-Depot. Ab sofort ist die Galerie zu den üblichen Öffnungszeiten da. Aufgrund der unterschiedlichen Räume im Erdgeschoss und im ersten Stock können direkte Kontakte unter den Besuchern vermieden werden. Im ersten Stock gibt es Werke von A. Heinrich Adler und Brele Scholz.

Weitere Infos unter www.galerie-keim.de. Die Ausstellung „Figuren-Theater“ ist noch bis zum 13. Juni zu sehen.

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