Das Foto der Hospitalstraße zeigt rechts den Zaun, hinter dem die zerstörte Synagoge lag. Sie wurde nicht fotografiert.Foto:Stadtarchiv Stuttgart Foto:  

Wie lebten die etwa 800 Juden, die es Anfang 1942 noch in Stuttgart gab? Wie fühlten und dachten sie? Zeitzeugen berichten.

Stuttgart - Der alte Mann am Telefon will nicht sprechen. „Ich mag nicht mehr an diese Zeit denken“, sagt er, „ich hoffe, Sie verzeihen.“ Auch seinen vollständigen Namen will der 93-Jährige nicht in der Zeitung veröffentlichen. Den Vornamen Heinz könne man schreiben. „Heinz heißen viele, das reicht.“ In seinem Ort in der Nähe von Stuttgart wüsste kaum jemand, dass er Jude sei. Er hat Angst vor Antisemiten. „Die Juden sind doch angeblich immer an allem schuld, sogar an Corona“, sagt der Mann. Und vielleicht erzählt dieser Wunsch nach Anonymität am meisten darüber, wie ihn die Zeit, in der er aufgewachsen ist, bis heute prägt.

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