Die Schleuse am Max-Eyth-See lässt Neckarwasser durch. Die Stadt will sich um das Problem kümmern. Auch beim Hochwasser im Juni kam Neckarwasser in den See. Fotos: Schock Quelle: Unbekannt

Die Schleuse am Max-Eyth-See ist undicht. Die Stadt will sich um das Problem kümmern. Auch das Hochwasser im Juni hat Auswirkungen auf den See gehabt: Neckarwasser ist über den Damm geschwappt und in den See gelangt. Nach dem Fischsterben im vergangenen Jahr sieht der Anglerverein keine Erholung bei den Fischbeständen.

Von Iris Frey

Im vergangenen Jahr gab es ein plötzliches großes Fischsterben im See, bedingt durch das Wetter und eine große plötzliche Algenblüte. Welche Arten verschwunden sind, kann Hans-Herrmann Schock, Vorsitzender vom Württembergischen Anglerverein (WAV), nicht sagen. Die Arten hätten sich aber nicht erholen können, so Schock. Ein Grund sei auch die Fällaktion im Frühjahr gewesen. Bei der Phosphatfällung war der See durch ein Versehen orangerot gefärbt worden (wir berichteten). In der Zeit habe den Fischen die Grundnahrung gefehlt. Es habe keine Algen und keinen Plankton gegeben, also nichts zu fressen. Deshalb sei die Jungbrut wieder gestorben. „Es gab fast keine Fischbrut“, so Schock. Bei der Fällungsaktion vor zwei Jahren sei zu wenig Fällungsmittel verwendet worden. Ein weiteres Problem sei laut WAV die fehlende Abdichtung zum Neckar. „Wir sehen das an der Strömung, am Verhalten der Fische“, so Schock.

Alexander Gass vom Tiefbauamt erklärt zur Fällungsaktion: „Nach der Durchführung der Nährstofffällung im Frühjahr 2016 hat die Sichttiefe deutlich zugenommen. Der See wird seither durch den Limnologen und von unseren Mitarbeitern regelmäßig überwacht. Wie erwartet, hat die Fällung die Nährstoffverfügbarkeit im Wasser gesenkt. Der Sauerstoffgehalt ist derzeit auf einem stabilen hohen Niveau.“

Auch hat das Tiefbauamt die Dichtigkeit der Schleuse überprüft. „Dabei haben sich Undichtigkeiten gezeigt. Diese werden wir nun beseitigt“, so Gass. Damit bestätigt er die undichte Schleuse, die der WAV festgestellt hat. Auch Auswirkungen des Hochwassers sind festzustellen: Es kam jedoch auch im Zuge des Aufstaus im Neckar verbunden mit dem Hochwasser in Hofen zu Wassereintritten über den Damm in den See. „Wie viel Wasser aus dem Neckar in den See gelangte, konnten wir nicht feststellen“, so Gass.

Am Max-Eyth-See wird noch in diesem Jahr eine Flachwasserzone eingerichtet. Sie ist eine Ausgleichsmaßnahme aus dem landschaftpflegerischen Begleitplan zum Planfeststellungsbeschluss der Verlängerung der U 12, wie Gass erklärt. Die Flachwasserzonen mit Schilfpflanzungen werden überwiegend zwischen dem Betonsteg und der Landzunge angebracht. Diese Bereiche seien bereits heute zum Schutz des Ufers und zur Ansiedlung von Schilfpflanzen abgesperrt. Aufgrund des steilen Ufers konnten die Schilfpflanzen bisher aber nicht dauerhaft angesiedelt werden, erklärt Gass. Hier soll nun ein flacheres Ufer geschaffen werden, um somit bessere Bedingungen für die Schilfpflanzen zu erhalten. „Derzeit planen wir, die Flachwasserzonen im Winter 2016/2017 anzulegen.“ Ergänzend hat das Tiefbauamt den Limnologen Klaus-Jürgen Boos beauftragt, die Machbarkeit einer Havarietechnik zu prüfen und die Ansiedlung von Wasserpflanzen in Teilen des Sees zu planen.

Derzeit sind wieder vermehrt Algen im See zu sehen: Doch Alexander Gass vom Tiefbauamt gibt Entwarnung: „Die derzeitige eher unauffällige Algenbildung ist natürlich.“ Das wechselhafte Wetter sei hilfreich. Die Fällung im Frühjahr sei erfolgreich gewesen. Der Max-Eyth-See wurde 2015 von Limnologen Boos betreut. Er hat ein Monitoring durchgeführt und in seinem Bericht mehrere Maßnahmen empfohlen. Diese wurden auch im Bezirksbeirat Mühlhausen vorgestellt.

Boos empfahl dabei folgendes: Die Verbindung zum Neckar soll weiterhin geschlossen bleiben. Es soll weiter nährstoffarmes Quellwasser zugeführt werden. Es soll eine Nährstofffällung vorgenommen werden. Diese wurde nun im Frühjahr durchgeführt. Doch: „Trotz sämtlicher Bemühungen werden wir keinen kristallklaren See erhalten. Wir können auch in Zukunft das plötzliche witterungsbedingte Absinken des Sauerstoffgehalts nicht zuverlässig verhindern“, sagt Gass.

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